Politik

Tod bei brutalem Polizeieinsatz Familie nimmt Abschied von George Floyd

Der Tod von George Floyd, festgehalten in einem Handyvideo, entsetzt Millionen von Amerikanern und provoziert landesweite Proteste. In einer Trauerzeremonie erinnern Floyds Angehörige, aber auch Politiker und Bürgerrechtler an den Afroamerikaner, der bei einem Polizeieinsatz gestorben ist.

Mit einer Trauerfeier in Minneapolis ist seit dem frühen Abend an den bei einem Polizeieinsatz in der US-Großstadt getöteten Afroamerikaner George Floyd erinnert worden. An der Zeremonie an der christlichen Universität North Central nahmen Angehörige, Freunde, Politiker und Persönlichkeiten wie die Bürgerrechts-Ikone Jesse Jackson teil. Der bekannte Pastor und Bürgerrechtler Al Sharpton hielt die Trauerrede. Ein goldener Sarg mit Floyds Leichnam war in dem Saal aufgebahrt.

Auch in New York gab es eine Gedenkfeier für Floyd, an der sich auch sein jüngerer Bruder Terrence beteiligte. In seiner Ansprache bedankte er sich für die Anteilnahme. "Ich danke Gott dafür, dass ihr alle meinem Bruder so viel Liebe zeigt", sagte Floyd, der im New Yorker Stadtteil Brooklyn lebt. Zu der Gedenkfeier waren Hunderte Menschen auf einen Platz in Brooklyn gekommen, danach zogen sie mit Plakaten und Sprechchören Richtung Manhattan weiter.

"Ich bin stolz auf die Proteste, aber ich bin nicht stolz auf die Zerstörung", sagte Floyd weiter. Die Demonstrationen in New York waren in den vergangenen Tagen weitgehend friedlich abgelaufen, vereinzelt hatte es aber auch Gewalt und Plünderungen gegeben. "Darum ging es meinem Bruder nicht."

Demonstranten buhen de Blasio aus

Auch Bürgermeister Bill de Blasio sprach bei der Gedenkveranstaltung. George Floyd dürfe nicht umsonst gestorben sein, sagte de Blasio. "Wir müssen friedliche Veränderungen vornehmen." Der Bürgermeister wurde aber von den Demonstranten ausgebuht. Viele werfen ihm vor, auf der Seite der Polizei zu stehen und nicht ausreichend gegen Polizeibrutalität in New York vorzugehen.

In den kommenden Tagen sind an anderen Orten weitere Zeremonien vorgesehen. Am kommenden Dienstag soll Floyd dann in der texanischen Stadt Houston beigesetzt werden, wo er aufgewachsen ist. Floyd war am Montag vergangener Woche bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota ums Leben gekommen. Der 46-Jährige war festgenommen worden, nachdem er mutmaßlich mit Falschgeld Zigaretten gekauft hatte. Ein weißer Polizist drückte dem Afroamerikaner dann fast neun Minuten lang sein Knie auf den Nacken - obwohl Floyd wiederholt klagte, er bekomme keine Luft mehr.

Floyds in einem Handyvideo festgehaltener Tod hat in den USA Entsetzen und Empörung ausgelöst und zu landesweiten Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus geführt. Die vier an der Festnahme beteiligten Polizisten wurden entlassen und festgenommen.

Dem Hauptbeschuldigten Derek Chauvin wird ein "Mord zweiten Grades" zur Last gelegt, was einem Totschlag in einem besonders schweren Fall entspricht und mit bis zu 40 Jahren Gefängnis bestraft werden kann. Die drei anderen Ex-Polizisten werden der Beihilfe beschuldigt.

Quelle: ntv.de, lri/ibu/AFP/dpa