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Krieg und Frieden in Kolumbien Farc-Kämpfer sind in Entwaffnungszonen

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Die kolumbianische Regierung schickt Soldaten in die ehemaligen Farc-Gebiete, um sie zu sichern - dieser hier wird von seiner Freundin verabschiedet.

(Foto: REUTERS)

6900 Mitglieder der Farc-Guerilla, manche ihr Leben lang im Bürgerkrieg, befinden sich nun in Entwaffnungszonen. Der Frieden in Kolumbien rückt damit ein Stück näher. Präsident Santos nennt den Schritt "historisch".

Die letzten früheren Kämpfer der kolumbianischen Farc-Guerilla sind in den Entwaffnungszonen eingetroffen und haben damit einen wichtigen Punkt des historischen Friedensabkommen mit der Regierung in Bogotá erfüllt. Die letzten rund 300 Farc-Mitglieder erreichten die Zone in der Provinz Caqueta im Süden des Landes, erklärte der Chef der UN-Beobachtermission für Kolumbien, Javier Pérez Aquino. Damit hätten knapp 6900 frühere Farc-Kämpfer den Bestimmungen des Friedensvertrags Folge geleistet.

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Bis Mai sollen alle Waffen abgegeben, eingeschmolzen und für Friedensmahnmale verwendet werden. In den 26 Entwaffnungszonen im ganzen Land sollen die einstigen Guerilla-Kämpfer auch auf die Wiedereingliederung in das zivile Leben vorbereitet werden.

Die Farc-Mitglieder hätten fast 8700 Kilometer in Fahrzeugen, Booten oder zu Fuß zurückgelegt, hob Pérez hervor. Staatschef Juan Manuel Santos hatte zuvor im erklärt, es sei "historisch", dass die Farc-Rebellen kurz vor der Entwaffnung stünden. Er dankte den Unterstützern des Friedensabkommens. Santos war vergangenes Jahr für seine Bemühungen um die Beendigung des Konflikts der Friedensnobelpreis verliehen worden.

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Die ehemaligen Farc-Kämpfer werden in den Zonen auch auf ein ziviles Leben vorbereitet.

(Foto: dpa)

Die Rebellen hatten ihren "letzten Marsch" Ende Januar angetreten. Laut "El Espectador" gab es keinen einzigen ernstzunehmenden Zwischenfall. Insgesamt waren demnach 100.000 Personen bei Armee, Polizei, der Friedenskommission und der UN-Beobachtermission an der Gewährleistung eines reibungslosen Ablaufes beteiligt.

Mit dem Friedensabkommen soll der seit 1964 andauernde Konflikt zwischen der Armee und der Farc, anderen linksgerichteten Guerillagruppen und rechten Paramilitärs beigelegt werden, in dem mehr als 260.000 Menschen starben. Etwa sieben Millionen Menschen wurden zur Flucht gezwungen, mehr als 60.000 werden vermisst.

Kolumbiens Parlament hatte Ende Dezember ein Amnestiegesetz für die Farc-Rebellen verabschiedet, das Teil des im November vereinbarten Friedensabkommens zwischen Rebellen und Regierung ist.

Verhandlungen mit der ELN

Auch mit der anderen großen Guerilla-Organisation ELN verhandelt die kolumbianische Regierung inzwischen offiziell. Nach 52 Jahren Kampf gegen den Staat und Versuche, die kubanische Revolution nach Kolumbien zu exportieren, wird seit Februar auf neutralem Boden in Ecuadors Hauptstadt Quito über die Bedingungen für eine Niederlegung der Waffen gesprochen. Dabei dürfte der Farc-Vertrag als Blaupause dienen.

Ein Abkommen auch mit der ELN ist wichtig, um zu verhindern, dass deren Kämpfer die Kontrolle über frühere Farc-Gebiete und den dortigen Drogenhandel übernehmen. Santos setzt durch den Friedensprozess auf ein sattes Wirtschaftswachstum - Kolumbien mit seinen vielen Rohstoffen gilt als Land mit viel Potenzial.

Quelle: n-tv.de, rpe/AFP/dpa

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