Politik

Auf Zeitungsartikel über NSU-Mord Fingerabdruck belastet Zschäpe

0961a7c5e5b9c9bd733e8052f256c31e.jpg

Beate Zschäpe mit ihrem Anwalt Mathias Grasel. Ihre Pflichtverteidigerin Anja Sturm will sie loswerden.

(Foto: dpa)

Die Münchner Zeitung "tz" berichtet im Jahr 2001 über den Mord an dem Einzelhändler Habil Kilic im Stadtteil Ramersdorf. Jetzt finden Ermittler auf dem Rand einer solchen Ausgabe Beate Zschäpes Fingerabdrücke. Und diese Zeitung spielt noch eine andere Rolle.

Die Hauptangeklagte im NSU-Prozess, Beate Zschäpe, hat nach Angaben eines Ermittlers ihren Fingerabdruck auf einem verdächtigen Zeitungsartikel hinterlassen. Der Artikel sei in einem Video des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) gezeigt worden, sagte ein Beamter des Bundeskriminalamts als Zeuge vor dem Oberlandesgericht München.

Bei dem Video handelt es sich nicht um das bekannte "Paulchen-Panther"-Bekennervideo, sondern um eine frühere Version, die nicht verschickt wurde und auf Datenträgern des NSU gespeichert war.

Der Artikel stammt aus der Münchner Zeitung "tz" aus dem Jahr 2001. Darin ging es um den Mord an dem Einzelhändler Habil Kilic im Stadtteil München-Ramersdorf. Zschäpes Fingerabdruck befinde sich am oberen Seitenrand, sagte der Ermittler.

Zudem soll Zschäpe erneut die Entpflichtung ihrer Verteidigerin Anja Sturm gefordert haben. Stattdessen will sie ihren Wahlverteidiger Hermann Borchert verpflichtet wissen. Diesen Antrag hatte Zschäpe bereits vor zwei Wochen gestellt. Bislang ohne Erfolg, denn das Gericht soll nach Angaben von Prozessbeobachtern noch nicht darüber entschieden haben.

Zschäpe ist als mutmaßliche Mittäterin an allen zehn überwiegend rassistisch motivierten Morden des NSU angeklagt. In Ihrer Aussage im vergangenen Dezember bestritt sie, vorab von den Taten gewusst oder sie gebilligt zu haben.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa