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Leichen von Schiff aus entdeckt Flüchtlinge ertrinken vor Melilla

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Die spanische Küstenwache - hier bei einem anderen Einsatz.

(Foto: imago/ZUMA Press)

In diesem Jahr sind laut Schätzungen schon mehr als 240 Flüchtlinge im Mittelmeer ums Leben gekommen. Nun gibt es weitere Tote: In der Nähe von Marokko entdecken Passagiere bei einer Schiffsfahrt 20 Leichen.

In der Nähe der spanischen Nordafrika-Exklave Melilla sind mindestens 20 Migranten ertrunken. Die Leichen seien am Samstag im Meer treibend von Menschen auf einem Passagierschiff entdeckt worden, berichteten spanische Zeitungen unter Berufung auf Regierungskreise. Die Toten seien von den spanischen und marokkanischen Behörden geborgen worden.

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Die Migranten stammten aus Afrika südlich der Sahara und kamen offenbar bei dem Versuch ums Leben, von Nordafrika aus per Boot die spanische Küste zu erreichen. Das Unglück habe sich wenige Kilometer von der Küste Melillas entfernt ereignet, hieß es.

Die spanische Hilfsorganisation "Proactiva Open Arms" sprach von 47 Migranten an Bord - demnach würden noch mehr als zwei Dutzend vermisst. Offizielle Angaben dazu gibt es aber bisher nicht. Die Zeitung "El Faro de Melilla" twitterte, ein Hubschrauber der Guardia Civil und marokkanische Einsatzkräfte suchten seit dem Morgen weiter nach möglichen Überlebenden.

Migranten nehmen auf ihrem Weg nach Europa immer öfter die sogenannte westliche Mittelmeerroute nach Spanien. Nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen seit Januar 1279 Migranten übers Mittelmeer nach Spanien, nur in Italien kamen mit 4256 mehr Menschen an. Den Angaben zufolge starben seit Januar mindestens 243 Menschen bei der Überfahrt, die Opfer vor Melilla noch nicht eingerechnet. Im vergangenen Jahr stand Spanien nach Italien und Griechenland in der EU an dritter Stelle bei den Hauptankunftsländern von Flüchtlingen.

Spanien verfügt in Nordafrika über zwei Exklaven, die beide von Marokko beansprucht werden: Ceuta an der Meerenge von Gibraltar und das 250 Kilometer weiter östlich gelegene Melilla.

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Quelle: n-tv.de, hul/dpa/AFP

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