Politik

Verdacht auf Taliban-Nähe Frankreich lässt evakuierte Afghanen beobachten

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Evakuierungsflüge aus Kabul will Frankreich am Donnerstag beenden.

(Foto: dpa)

Mehrere Länder bringen Landsleute und Ortskräfte aus Afghanistan in Sicherheit. Die Franzosen haben bereits 2000 Menschen ausgeflogen. Fünf davon stehen in Verdacht, Verbindungen zu den Taliban zu haben. Klar ist dagegen, dass der Einsatz für Frankreich mit dem Ablauf der Frist enden wird.

Fünf Afghanen, die nach Frankreich ausgeflogen wurden, stehen wegen mutmaßlicher Nähe zu den militant-islamistischen Taliban unter Beobachtung der Sicherheitsbehörden. Einer von ihnen sei am Montagabend in Polizeigewahrsam genommen worden, weil er sich nicht an seine Aufenthaltsauflagen gehalten habe, sagte Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin dem Sender Franceinfo.

Der Mann habe "offensichtlich eine Verbindung zu den Taliban", habe aber der französischen Armee bei der Evakuierung von Landsleuten und Afghanen geholfen. Die vier anderen Personen, die unter behördlicher Beobachtung stehen, stammen den Angaben zufolge aus dem Umfeld des Manns. Die Zeitung "Le Monde" berichtete unter Berufung auf ein offizielles Dokument, der nun in Gewahrsam genommene Mann habe zugegeben, in den Tagen vor dem 18. August als Verantwortlicher eines Taliban-Checkpoints in Kabul Waffen getragen zu haben.

Seine Evakuierungsflüge aus Kabul will Frankreich am Donnerstag beenden, falls die USA ihre Truppen wie geplant zum 31. August vollständig aus Afghanistan abziehen. Wenn die USA an ihrem Abzugsplan festhielten, "heißt das für uns, dass unser Einsatz Donnerstagabend endet", sagte Nicolas Roche, Bürochef des französischen Außenministers Jean-Yves Le Drian, dem französischen Regierungschef Jean Castex in Gegenwart von Journalisten. "Also bleiben uns drei Tage", fügte er hinzu.

Frankreich bleiben drei Tage

Frankreich hat seit der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Kabul am 15. August fast 2000 Franzosen, afghanische Ortskräfte und afghanische Aktivisten aus dem Land ausgeflogen. Die Taliban haben mit "Konsequenzen" gedroht, sollten die USA ihre Truppen nicht wie vorgesehen bis zum 31. August komplett aus Afghanistan und damit auch vom Kabuler Flughafen abziehen.

Die EU und Großbritannien halten eine Rettung aller Schutzbedürftigen aus Afghanistan bis Ende August angesichts der chaotischen Zustände am Flughafen für nicht machbar - und ohne die US-Militärpräsenz in Kabul müssten auch die anderen westlichen Staaten ihre Evakuierungen einstellen.

US-Präsident Joe Biden hält bislang an einem US-Truppenabzug zum 31. August fest, hat aber die Möglichkeit einer Verlängerung offengelassen. Die G7-Staaten kommen am Dienstag zu einem virtuellen Krisentreffen zusammen, um über die Lage in Afghanistan zu beraten. Großbritannien will sich bei dem Treffen für eine Verlängerung der Evakuierungen einsetzen.

Quelle: ntv.de, mba/dpa/AFP

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