Politik

Verbrechen gegen Menschlichkeit Frankreich wegen Atomwaffentests verklagt

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Dieser riesige Atompilz schwebte 1971 über dem Moruroa-Atoll.

(Foto: picture alliance / dpa)

30 Jahre lang unternimmt Frankreich Atomwaffentests in Französisch-Polynesien. Die Praxis endet erst 1996. Zahlreiche Krebserkrankungen in der Region sind die Folge. Nun sollen die Verantwortlichen vor den Internationalen Strafgerichtshof kommen.

Wegen seiner früheren Atomwaffentests im Südpazifik ist Frankreich vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag verklagt worden. Der Vorwurf laute auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sagte der polynesische Unabhängigkeitsaktivist Oscar Temaru in New York. "Das sind wir all den Menschen schuldig, die als Folge des Atom-Kolonialismus gestorben sind."

Mit der bereits am 2. Oktober in Den Haag eingereichten Klage sollten alle noch lebenden französischen Präsidenten zur Rechenschaft gezogen werden, sagte der frühere Präsident von Französisch-Polynesien. "Für uns sind die französischen Atomversuche die direkte Folge einer Kolonialisierung. Anders als von Frankreich behauptet, haben wir nicht akzeptiert, dass die Tests bei uns vorgenommen werden. Sie wurden uns mit der Drohung der Einrichtung einer Militärregierung aufgedrängt."

Frankreich hatte zwischen 1966 und 1996 auf dem Moruroa-Atoll und dem Fangataufa-Atoll in Französisch-Polynesien 193 Atomwaffentests unternommen. Zahlreiche Krebserkrankungen in der Region werden mit den umstrittenen Tests in Verbindung gebracht. 2010 wurde per Gesetz ein Mechanismus für Entschädigungen eingerichtet. Opferverbänden geht das aber nicht weit genug.

Quelle: ntv.de, fzö/AFP