Verschuldung nimmt zuFrankreichs Haushaltsdefizit sinkt wegen Steuererhöhungen leicht

Der Staatshaushalt der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone ist weit von den europäischen Vorgaben entfernt. Immerhin fällt das Defizit etwas geringer aus als geplant. Die Zielmarken werden aber auch künftig verfehlt.
Frankreich hat sein Haushaltsdefizit im vergangenen Jahr dank einer robusten Konjunktur und Steuererhöhungen stärker als erwartet gesenkt. Es fiel auf 5,1 Prozent von 5,8 Prozent im Jahr 2024, wie das Statistikamt Insee in Paris mitteilte. Die Regierung hatte mit einem Minus von 5,4 Prozent gerechnet. Allerdings wird damit die in den europäischen Verträgen vorgesehene Obergrenze von drei Prozent immer noch deutlich übertroffen.
"Die Zahlen für 2025 bestärken uns darin, bei der weiteren Senkung des Defizits im Jahr 2026 ehrgeizige Ziele anzustreben", sagte Haushaltsminister David Amiel dem Fernsehsender TF1. Die geopolitischen Unsicherheiten würden aber Prognosen erschweren. Bislang strebt die Regierung an, die Neuverschuldung auf fünf Prozent zu drücken. Amiel zufolge sollen mögliche Hilfen für Menschen und Unternehmen, die unter den im Zuge des Iran-Krieges gestiegenen Energiepreisen leiden, durch Ausgabenkürzungen in anderen Bereichen ausgeglichen werden.
Der Schuldenberg von Europas zweitgrößter Volkswirtschaft entspricht inzwischen 115,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, wie die Statistiker mitteilten. 2024 lag er noch bei 112,6 Prozent. Hier sieht der europäische Stabilitäts- und Wachstumspakt eigentlich eine Obergrenze von 60 Prozent vor. Die Ratingagentur S&P hatte Frankreichs Bonitätsnote im vergangenen Herbst von "AA-/A-1+" auf "A+/A-1" herabgestuft. Die politische Instabilität gefährde die Sanierung der Staatsfinanzen, hieß es zur Begründung.
Die staatlichen Ausgaben wuchsen im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent, nachdem sie 2024 noch um vier Prozent zugelegt hatten. Das Wachstum der Einnahmen beschleunigte sich zugleich wegen Steuererhöhungen von 3,2 auf 3,9 Prozent, so das Statistikamt.