Politik

Italien lenkt halb ein Frauen und Kinder dürfen Schiff verlassen

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46 Menschen müssen weiter an Bord des Schiffes der Hilfsorganisation Mediterranea Saving Humans ausharren.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit zwei Tagen wartet das Rettungsschiff "Mare Jonio" mit 99 Menschen an Bord auf die Erlaubnis, in Italien anlegen zu dürfen. Nun lässt die Regierung trotz des Verbots einen Teil der Geretteten an Land kommen. Noch ein weiteres Schiff hofft auf Hilfe - auch aus Deutschland.

Das italienische Rettungsschiff "Mare Jonio" mit 99 geretteten Menschen an Bord darf weiter keinen italienischen Hafen anlaufen. Frauen, Kinder und Kranke dürften das Schiff aber verlassen, hieß es aus dem Innenministerium in Rom. Das Schiff der Hilfsorganisation Mediterranea Saving Humans hatte die Migranten am Mittwochmorgen an Bord genommen. Nach Angaben der Organisation waren darunter 26 Frauen, 22 Kinder unter zehn Jahren und 6 weitere Minderjährige.

Die NGO teilte mit, dass sich die "Mare Jonio" 13 Seemeilen, umgerechnet etwa 24 Kilometer, südlich der italienischen Insel Lampedusa an der Grenze zu den Hoheitsgewässern aufhalte. Das Innenministerium hatte am Abend zuvor bekannt gegeben, dass das Schiff am italienischen Hafen nicht anlegen darf. Zwei Offiziere der "Guardia di Finanza" seien an Bord gekommen, um das Dekret an die Hilfsorganisation zu übergeben, wie Mediterranea Saving Humans auf ihrer Internetseite mitteilt. Unter dem aktuellen Bericht steht: "Wir mit ihnen, sie mit uns."

Auch das deutsche Rettungsschiff "Eleonore" mit rund 100 Migranten an Bord kann derzeit noch nicht in einen Hafen einlaufen. Das Schiff gehört dem deutschen Kapitän Claus-Peter Reisch und wird von der Dresdner Hilfsorganisation Mission Lifeline unterstützt. Die deutsche Regierung hatte am Mittwoch auf eine Einigung zur Verteilung der Migranten gedrungen.

Quelle: n-tv.de, joh/dpa