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Le Pen setzt Erneuerung fort Front National hat neuen Namen

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Marine Le Pen wirbt bei den Parteimitgliedern für die Umbenennung des Front National.

(Foto: REUTERS)

Nach der Schlappe bei der Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr hatte Marine Le Pen eine Frischekur für ihre Partei angekündigt - und sie meint es Ernst. Nach 46 Jahren wechselt der Front National seinen Namen. Und das gefällt Le Pens Vater überhaupt nicht.

Die Partei der französischen Rechtspopulistin Marine Le Pen hat ihre Namensänderung besiegelt und heißt jetzt Rassemblement National (Nationale Sammlungsbewegung). Bei einer Mitgliederabstimmung des bisherigen Front National stimmten mehr als 80 Prozent der Teilnehmer zu, wie Le Pen bei Lyon bekanntgab. Fast 53 Prozent der Mitglieder hätten sich beteiligt.

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Le Pen sprach von einem "historischen Moment im Leben unserer Bewegung" und gab in ihrer Rede auch die künftige Marschrichtung vor: "Vorwärts zu neuen Eroberungen!", rief sie der Basis zu. Mit der Umbenennung will die 49-jährige Parteichefin ein Jahr nach ihrer Niederlage bei der französischen Präsidentschaftswahl einen Neustart markieren. Die Rechtspopulisten hoffen, auf diese Weise ihre Wählerbasis verbreitern zu können - auch im Hinblick auf die Europawahl im kommenden Jahr.

Ihr inzwischen aus der Partei ausgeschlossener Vater Jean-Marie Le Pen kritisierte den Schritt als "schändliche Auslöschung" der Identität der Front National. Der Rechtsextreme, der mehrfach wegen verharmlosender Aussagen über die Gaskammern in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten verurteilt wurde, hatte die Partei 1972 mitgegründet und jahrzehntelang geführt.

Zweites Duell gegen Macron

Seine Tochter hatte 2011 seine Nachfolge angetreten und versucht seitdem, der EU- und zuwanderungskritischen FN ein besseres Image zu verschaffen. Das führte auch zum Bruch mit ihrem Vater. Bei der Präsidentenwahl im vergangenen Jahr unterlag Marine Le Pen ihrem sozialliberalen Kontrahenten Emmanuel Macron im zweiten Wahlgang mit rund 34 zu 66 Prozent der Stimmen.

Nun könnte es bei der Europawahl im kommenden Jahr eine Art Rückspiel für das Duell zwischen Le Pen und Macron von vor einem Jahr geben. In Frankreich sehen Umfragen die Front National für die Wahl zum Europaparlament derzeit immerhin als zweitstärkste Kraft hinter dem Lager von Staatspräsident und Le-Pen-Bezwinger Macron.

Quelle: n-tv.de, jug/dpa

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