Politik

Vor Gericht gestellt Fünf Europäern droht in Donezk Todesstrafe

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Einer der gefangenen Briten wird zum Gerichtssaal gezerrt.

(Foto: REUTERS)

In der selbst ernannten moskauhörigen "Volksrepublik" Donezk gelten ganz eigene Regeln. Unter anderem gilt dort auch die Todesstrafe für angebliche Söldner. Dies betrifft nun auch mehrere Europäer, denen in der Ostukraine der Prozess gemacht wird.

Prorussische Kämpfer haben in der selbst ernannten moskauhörigen "Volksrepublik" Donezk fünf Europäer vor Gericht gestellt. Bei diesen soll es sich russischen Medien zufolge um Söldner handeln. Die fünf Angeklagten - ein Schwede, ein Kroate und drei Briten - plädierten den Medienberichten zufolge zum Prozessauftakt in Donezk auf nicht schuldig. Nach dem Gesetz der von Russen und prorussischen Kämpfern gelenkten "Volksrepublik" Donezk könnte den Europäern die Todesstrafe drohen.

Die nächste Gerichtsanhörung wurde ohne Angabe von Gründen erst für Oktober angesetzt, wie die russischen Medien weiter berichten. Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti waren der Schwede, der Kroate und einer der Briten im ukrainischen Hafen Mariupol gefangengenommen worden. Ihnen drohe wegen versuchter "Machtübernahme" und "Beteiligung an einem bewaffneten Konflikt als Söldner" die Hinrichtung.

Gegen einen weiteren Briten wird demnach als einziger Vorwurf erhoben, ein Söldner zu sein. Dem dritten Briten werde der Prozess gemacht, weil er Söldner für den Kampf in der Ukraine rekrutiert habe.

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Am 9. Juni hatte das oberste Gericht der "Volksrepublik" Donezk bereits zwei Briten und einen Marokkaner wegen des Vorwurfs, sie hätten als Söldner in der Ukraine gekämpft, zum Tode verurteilt. Alle drei haben Berufung gegen das Urteil eingelegt.

In Russland gilt seit 1997 ein Moratorium für die Vollstreckung von Todesurteilen. Für die selbst ernannten, aber moskauhörigen "Volksrepubliken" in der Ukraine gilt diese Regelung jedoch nicht. Unmittelbar vor Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar hatte der russische Staatschef Wladimir Putin die Unabhängigkeit der beiden "Volksrepubliken" Donezk und Luhansk im Osten der Ukraine anerkannt. Seit der russischen Invasion haben nach Angaben aus Kiew rund 1,3 Millionen Menschen die Region verlassen.

Quelle: ntv.de, ghö/AFP

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