Politik

Vormarsch am Schwarzmeer Fünf Tote nach Raketenangriff auf Odessa

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Die Luftabwehr von Odessa konnte zwar Raketen abfangen, ein militärisches Objekt und zwei Wohnhäuser wurden dennoch getroffen.

(Foto: NEXTA)

Russland strebt nach eigenen Aussagen die Eroberung der Südukraine samt ihrer Hafenstadt Odessa an. Der Weg dorthin ist zwar noch weit. Doch Russland nimmt die Millionenstadt bereits mit Raketen ins Visier. Bei einem schweren Angriff werden mehrere Menschen getötet, darunter auch ein Säugling.

Bei russischen Luftangriffen auf die südukrainische Hafenstadt Odessa sind nach Angaben der Regierung in Kiew mindestens acht Menschen getötet und 18 weitere verletzt worden. Unter den Todesopfern sei ein dreimonatiger Säugling, schrieb der Leiter der ukrainischen Präsidialverwaltung, Andrij Jermak, im Onlinedienst Telegram.

Nach seinen Angaben ist davon auszugehen, dass die Opferzahl letztlich noch höher sein wird. Bei den genannten Toten und Verletzten handle es sich lediglich um jene, die bislang gefunden worden seien. Die Raketen seien von einem Langstreckenbomber des Typs Tu-95 über dem Kaspischen Meer abgefeuert worden.

Der russische Generalmajor Rustam Minnekajew hatte am Freitag angekündigt, Ziel der nun eingetretenen "zweiten Phase" der Militäroperation in der Ukraine sei die Eroberung des Donbass und des Südens. Neben einer Landverbindung zur annektierten Krim-Halbinsel würde so auch eine bessere Unterstützung für prorussische Separatisten in Transnistrien in der Republik Moldau ermöglicht, erklärte er.

Um die ganze Schwarzmeer-Küste einzunehmen und bis nach Odessa vorzudringen, fehlen den russischen Truppen noch rund 300 Kilometer. 250 Kilometer haben sie bereits eingenommen, darunter das Gebiet Cherson. Von dort aus sind es noch etwa 120 Kilometer bis in die Millionenstadt Odessa, wo die russischen Truppen besonders harter ukrainischer Widerstand erwarten dürfte.

Isolation des Seehandels

Ziel Russlands ist es, die Ukraine so effektiv vom internationalen Seehandel zu isolieren. Zuvor hatten russische Truppen versucht, Ziele per Schiff anzugreifen. Die Zerstörung des russischen Landungsschiffs "Saratow" im Hafen von Berdjansk dürfte die russische Marine indes wohl zögern lassen, künftig Einsätze in nächster Nähe der ukrainischen Küste durchzuführen, teilte das britische Verteidigungsministerium mit.

Auch der Untergang der "Moskwa", dem Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte, war ein herber Verlust für Russland. Der zu Sowjetzeiten gebaute Kreuzer hatte zusammen mit anderen Schiffen der Schwarzmeerflotte die südukrainische Hafenstadt Mariupol blockiert. Laut ukrainischen Angaben war die "Moskwa" von ukrainischen Raketen vom Typ "Neptun" getroffen worden. Die russische Seite teilte dagegen lediglich mit, es sei Munition an Bord explodiert. Das Schiff sei anschließend bei einem Abschleppversuch mit hohem Wellengang gesunken.

Quelle: ntv.de, mba/AFP

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