Politik

Streit über Iran und Russland G7 einigen sich auf Amazonashilfen

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Johnson, Trudeau, Merkel, Macron, Trump und Co. wollen den Regenwald retten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die G7-Länder wollen "so schnell wie möglich" technische und finanzielle Hilfe leisten, um den brennenden Regenwald zu retten. Frankreichs Präsident Macron betont, das Thema sei von internationalem Belang. Die Debatten über Russland und den Iran dauern noch an.

Die sieben führenden westlichen Industriestaaten wollen die Bekämpfung der Waldbrände im Amazonasgebiet unterstützen. Die Hilfe der G7-Gruppe solle den betroffenen Ländern "so schnell wie möglich" zugutekommen, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Rande des Gipfeltreffens der Staatengruppe in Biarritz. Im ökologisch wichtigen Amazonasgebiet lodern derzeit tausende Waldbrände, vor allem Brasilien ist betroffen.

Macron verwies darauf, dass das Amazonas-Anrainerland Kolumbien am Morgen die internationale Gemeinschaft um Hilfe gebeten habe. "Deswegen müssen wir uns bereit zeigen", sagte er in Biarritz. Die G7-Länder stünden "mit allen Ländern des Amazonasgebiets" in Kontakt. In den Gesprächen gehe es nun darum, die Details der technischen und finanziellen Hilfen festzulegen. Geplant sei ein "internationaler Mobilisierungsmechanismus".

In Biarritz betonte Macron, dass die "nationale Souveränität" der betroffenen Länder gewahrt bleiben solle. Bei den Waldbränden am Amazonas gehe es aber auch um Fragen von internationalem Belang - um "Biodiversität, um Sauerstoff, um den Kampf gegen die Erderwärmung". Er verwies darauf, dass Frankreich durch sein südamerikanisches Übersee-Département Französisch-Guayana selbst zu den betroffenen Staaten zähle.

Die brasilianische Weltraumbehörde geht nach neuesten Erkenntnissen von 78.000 Brandherden in der Amazonasregion aus. Nach massivem internationalen Druck in den letzten Tagen scheint sich nun auch Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro zu bewegen, der die Bedeutung der Waldbrände lange heruntergespielt hatte. Nachdem EU-Ratspräsident Donald Tusk, Frankreich, Irland und auch der deutsche Außenminister Heiko Maas ein Handelsabkommen mit Brasilien in Frage gestellt hatten, machte Bolsonaro durch ein Dekret den Weg zur Mobilisierung von 43.000 Soldaten zur Brandbekämpfung frei.

Russland kehrt nicht zu den G7 zurück

Im Streit um eine Beteiligung Moskaus gab es zunächst keinen Fortschritt: Russland wird vorerst nicht in den Kreis der G7 zurückkehren. Das von Präsident Wladimir Putin regierte Land war nach der Annexion der Krim 2014 ausgeschlossen worden. Die Diskussion darüber dauere aber an, sagte Trump. Er halte eine Rückkehr Russlands weiterhin für vorteilhaft und positiv. Er sei auch überrascht, dass manche der Staats- und Regierungschefs der G7 seiner Meinung seien. Um wen es sich dabei handele, wollte Trump nicht sagen.

Verwirrung gab es derweil über die G7-Beratungen zum Streitthema Iran. Französische Diplomaten erklärten, dass Macron damit beauftragt worden sei, eine gemeinsame Botschaft an Teheran zu richten. Trump dementierte das. "Ich habe das nicht diskutiert", sagte er. Der US-Präsident sagte aber auch, dass er nichts gegen einen solchen Schritt hätte. Macron stellte daraufhin klar, dass der Gipfel ihm "kein formelles Mandat" für eine Vermittlung erteilt habe, das sei aber auch nicht möglich, die G7 sei nur ein informeller Zusammenschluss.

Generell zeigte US-Präsident Trump sich zufrieden mit dem Auftakt. "Wir haben sehr gute Treffen, die Anführer kommen sehr gut miteinander aus", schrieb er auf Twitter. Mit dem neuen britischen Premier Boris Johnson traf er sich zum Frühstück, mit Macron hatte er schon am Vortag zu Mittag gegessen und danach von beiden geschwärmt. Währenddessen kam es bei den Protesten gegen den G7-Gipfel außerhalb von Biarritz vereinzelt zu Ausschreitungen.

Quelle: n-tv.de, lwe/dpa/AFP