Politik

Chrupalla stellt sich zur Wahl Gauland hört als AfD-Parteichef auf

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Gauland will sich offenbar auf seine Arbeit als Fraktionsvorsitzender konzentrieren.

(Foto: imago images / photothek)

Lange war spekuliert worden, ob Alexander Gauland noch einmal zur Vorsitzendenwahl seiner Partei antritt. Nun steht fest: Er hört auf. Tino Chrupalla will nachfolgen. Es gibt aber auch noch andere Kandidaten.

AfD-Chef Alexander Gauland wird einem Bericht zufolge beim Parteitag an diesem Wochenende nicht noch einmal für sein Amt kandidieren. Dies sei bei einem Krisentreffen der Parteispitze beschlossen worden, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Die Runde habe zugleich vereinbart, dass sich der sächsische AfD-Politiker Tino Chrupalla zur Wahl stellt. Chrupalla hatte seine Kandidatur dem "Spiegel" bestätigt.

Der 78-jährige Gauland hatte sich zuvor nicht festgelegt, ob er noch einmal kandidieren will oder nicht. Er machte dies von den konkreten Umständen auf dem Parteitag abhängig. Gauland führt zudem zusammen mit Alice Weidel auch die AfD-Bundestagsfraktion.

Laut dem FAZ-Bericht kamen die Teilnehmer des Krisentreffens am gestrigen Dienstag überein, dass Chrupalla gute Chancen habe, gewählt zu werden. Demnach will die rechte Strömung "Der Flügel", der er nicht angehört, mit großer Mehrheit für ihn stimmen. Der gelernte Maler und Lackierer Chrupalla war 2017 direkt in den Bundestag eingezogen und hatte seinen Wahlkreis Görlitz gegen den späteren sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer gewonnen.

Auch der innenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Gottfried Curio, hat seine Kandidatur für den Parteivorsitz angekündigt. Die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Nicole Höchst erwägt ebenfalls eine Kandidatur. Gaulands Ko-Vorsitzender Jörg Meuthen will zugleich sein Amt behalten.

Der Vorsitzende des AfD-Jugendverbands Junge Alternative, Damian Lohr, sprach sich für Chrupalla aus. Dieser sei "ein pflichtbewusster, lockerer, integrer Typ, ein hervorragender Kandidat", sagte er der ARD. Mit Meuthen "hat man einen westdeutschen Akademiker an der Spitze, da würde es ganz guttun, wenn man sagt: Wir als AfD nehmen auch den Osten mit."

Quelle: ntv.de, bdk/AFP