Politik

Kein Platz für alle auf Parteitag "Geldbomben-Aktion" der AfD geht schief

3n6z5913.jpg1786057829505993029.jpg

Das Scheitern des Mitgliedsparteitags ist ein Rückschlag für Parteigründer Lucke.

(Foto: dpa)

Die Mitglieder haben nicht genug gespendet: Das Geld der AfD reicht nicht für einen Parteitag für alle Mitglieder im Sommer. Nun werden nur ausgewählte Delegierte den neuen Parteichef wählen. Das könnte den Kurs der Partei entscheidend beeinflussen.

Die Mitglieder und Förderer der Alternative für Deutschland (AfD) haben nicht genug gespendet, um einen Mitgliederparteitag im Juni zu finanzieren. Heute endet eine von der Partei als "AfD-Geldbombe" angekündigte Spendenaktion. Nach Angaben von Parteisprecher Christian Lüth sind rund 60.000 Euro eingegangen. Das Ziel lag allerdings bei mehr als doppelt so viel.

Die AfD hatte ausgerechnet, dass es 150.000 Euro kosten würde, statt nur der Delegierten alle Mitglieder zum Bundesparteitag am 13. Juni einzuladen. Der Parteitag soll einen neuen Bundesvorstand wählen. Beste Chancen hat Parteigründer Bernd Lucke, der sich den Vorsitz derzeit noch mit Frauke Petry und Konrad Adam teilt.

Hintergrund der "Geldbomben"-Aktion ist die tiefe Spaltung der AfD zwischen dem wirtschaftsliberalen Lager um Lucke und seinen nationalkonservativen Kritikern. Mutmaßlich hätte eine Entscheidung durch die Parteibasis Lucke Vorteile gebracht. Einige seiner Unterstützer hatten Unmut geäußert über angebliche Wahlabsprachen des Gegenlagers.

Lucke-Kritiker organisieren sich  

Nach Angaben führender AfD-Politiker sollen der Brandenburger Landeschef Alexander Gauland, die Vorsitzende der Sachsen-AfD, Frauke Petry, die Europaabgeordnete Beatrix von Storch und der Vorsitzende der AfD in Nordrhein-Westfalen, Marcus Pretzell, vereinbart haben, sich bei der Wahl gegenseitig zu unterstützen. Sollte diese Strategie aufgehen, könnte die Partei weiter nach rechts rücken. Lucke, der selbst alleiniger Vorsitzender werden will, sieht das mit Sorge.

Wie aus Parteikreisen verlautete, soll Pretzell an diesem Freitag vom AfD-Bundesvorstand in Berlin angehört werden. Hintergrund sind Streitigkeiten in Zusammenhang mit einer vorübergehenden Sperrung der Konten seines Landesverbandes. Außerdem steht die von Pretzell vorgebrachte Anschuldigung im Raum, Parteichef Lucke habe sich Wahlkampfspenden als Mandatsträgerabgaben anrechnen lassen. Lucke bestreitet dies.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa