Vorstellung während SiegesparadeRussland präsentiert erstmals seine neue Turbo-Drohne

Anfang des Jahres schießen die ukrainischen Streitkräfte zwei russische Geran-5 ab. Nun präsentiert Moskau die neue Angriffsdrohne erstmals der Öffentlichkeit. Optisch erinnert die Waffe an einen Marschflugkörper.
Russland hat auf der Militärparade zum 9. Mai erstmals seine schwere Kamikazedrohne Geran-5 vorgestellt. Während der Feierlichkeiten in Moskau wurden Aufnahmen der Drohne auf riesigen Bildschirmen abgespielt. Zu sehen war, wie das Waffensystem per Katapult gestartet wird. Medienberichten zufolge war es die erste öffentliche Präsentation. Nach Angaben Kiews setzte Russland die etwa sechs Meter lange Geran-5 Anfang des Jahres erstmals ein. Demnach gelang es den ukrainischen Streitkräften im Januar, zwei Exemplare abzuschießen: eines in der Region Kiew und ein weiteres nahe der Stadt Dnipro.
Laut dem deutschen Portal "Defence Network" unterscheidet sich die Geran-5 fundamental von ihren propellergetriebenen Vorgängern: Dank des Jet-Antriebs erreicht sie eine Reisegeschwindigkeit von 450 bis 600 Kilometer pro Stunde - etwa dreimal schneller als frühere Modelle. Die Drohne ist wie ein kleiner Marschflugkörper mit Flügeln konstruiert, nicht mehr als Deltaflügler. Sie hat laut "Defence Network" eine Reichweite von bis zu 950 Kilometern und kann eine Sprenglast von etwa 90 Kilogramm tragen.
Sie kann demnach sowohl vom Boden als auch von Su-25-Kampfflugzeugen gestartet werden. Das erweitert ihre operative Reichweite und Einsatzmöglichkeiten erheblich. Dem ukrainischen Portal Militarnyi zufolge kann die Geran-5 auch Luft-Luft-Raketen vom Typ R-73 tragen. Diese Modifikation verwandelt die Drohne in eine Waffe zur Bekämpfung von Luftzielen, was das Abfangen durch Hubschrauber und Drohnen erschwert.
Dem ukrainischen Militärgeheimdienst HUR zufolge besteht der Antrieb aus einem chinesischen Turbojet-Triebwerk, das für den zivilen Markt deklariert ist. Laut ukrainischen Erkenntnissen stammen auch die Modems zur Steuerung von chinesischen Firmen wie Xingkai Tech. Die Drohne nutze zudem das russische Kometa-Satellitennavigationssystem sowie Raspberry Pi-Mikrocomputer. Weitere Bauteile sollen aus Deutschland und den USA stammen. Die Geran-5 könnte für Russland eine kosteneffiziente Alternative zu teuren Marschflugkörpern sein.