Politik

Für die Art seines Abtritts Ghani entschuldigt sich bei Afghanen

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Für die US-Regierung ist Ghani in Afghanistan kein wichtiger Akteur mehr. 

(Foto: picture alliance / Kyodo)

Am 15. August verlässt der ehemalige afghanische Präsident Ghani das Land und flieht in die Vereinigten Arabischen Emirate. Auf Twitter erklärt er: Er habe dies auf Drängen der Sicherheitskräfte getan und bittet das afghanische Volk um Verzeihung. Einen anderen Vorwurf weist er vehement zurück.

Der ehemalige afghanische Präsident Aschraf Ghani hat für die Art seines Abtretens im Angesicht der vorrückenden Taliban um Verzeihung gebeten. "Ich entschuldige mich beim afghanischen Volk, dass ich nicht für ein anderes Ende sorgen konnte", schrieb Ghani bei Twitter. Der ehemalige Staatschef wies jedoch Vorwürfe zurück, er habe bei seiner Flucht Millionen Dollar an staatlichen Geldern mitgenommen.

Er habe das Land auf Drängen der Sicherheitskräfte verlassen, erklärte Ghani. Damit habe er das Risiko blutiger Straßenkämpfe vermeiden wollen. Ghani hatte Afghanistan am 15. August verlassen und war in die Vereinigten Arabischen Emirate geflohen. Nach der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan hatte sich Ghani per Video zur politischen Situation in seinem Land zu Wort gemeldet. Die US-Regierung erklärte jedoch, Ghani sei in Afghanistan kein wichtiger Akteur mehr.

Die Taliban hatten am Dienstag ihre Übergangsregierung vorgestellt, die ausschließlich aus Mitgliedern der islamistischen Miliz besteht und in der keine Frauen vertreten sind. Insgesamt verkündeten die Islamisten die Besetzung von 33 Führungsposten. Laut einer Liste, die dem afghanischen Sender Tolonews vorliegt, sind darunter auch vier Männer, die zuvor von den USA im Straflager Guantanamo inhaftiert waren.

Die vier neuen Kabinettsmitglieder sind Teil der sogenannten "Taliban Five", die 2014 für den von den Taliban gefangengenommen US-Soldaten Bowe Bergdahl ausgetauscht wurden. Während sie damit bei den USA und der EU auf massive Vorbehalte stoßen, begrüßte China den Schritt.

Quelle: ntv.de, jki/AFP

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