Politik

EU-Kommission fällt Entscheidung Glyphosat-Zulassung soll verlängert werden

Erregt Glyphosat Krebs? Das soll eine EU-Behörde untersuchen. Bis deren Ergebnis vorliegt will die EU-Kommission die Zulassung für den Unkrautvernichter verlängern.

3668d37810e998d6bfc36ba800df5bdd.jpg

(Foto: dpa)

Die Brüsseler EU-Kommission will die Europa-Zulassung für den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat verlängern. Das kündigte der zuständige EU-Kommissar, Vytenis Andriukaitis, am Rande eines Treffens der EU-Agrarminister in Luxemburg an.

Seine Behörde werde eine Verlängerung der Glyphosat-Genehmigung um bis zu 18 Monate annehmen, sagte er. Die aktuelle Zulassung läuft zum Monatsende aus. Eigentlich wollte die Behörde die Entscheidung bereits am Montag im Kreis der EU-Kommissare treffen. Wegen Beratungen über das britische Brexit-Votum kam es aber nicht dazu.

Nachdem unter den EU-Staaten trotz wiederholter Versuche nicht die nötige Mehrheit für eine Verlängerung oder Neuzulassung von Glyphosat zustande gekommen war, ist die EU-Kommission am Zug. Es wurde erwartet, dass sie die aktuelle Zulassung bis maximal Ende 2017 verlängert. In dieser Zeit soll die europäische Chemikalienagentur Echa ihre Bewertung vorlegen. Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu erregen.

Schriftliches Verfahren gestartet

Offiziell war die Entscheidung nach Angaben der EU-Kommission noch nicht gefallen. Ein Sprecher bestätigte, dass ein sogenanntes schriftliches Verfahren gestartet wurde. Dabei kann die Behörde einen Entschluss fassen, ohne dass die EU-Kommissare zusammensitzen. Die Entscheidung könnte am Mittwoch fallen und mitgeteilt werden, sagte der Sprecher.

Deutschland hatte sich bei den Abstimmungen der EU-Staaten enthalten. Die Bundesregierung ist in der Frage einer Verlängerung der Zulassung gespalten. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Unionsparteien möchten, dass Glyphosat weiter zum Einsatz kommt. Die SPD-Minister lehnen dies bis auf weiteres ab und verweisen auf mögliche Gesundheitsgefahren. Das sozialdemokratisch geführte Bundesumweltministerium hatte erklärt, nationale Beschränkungen könnten zu Wettbewerbsverzerrungen zwischen den Staaten führen.

Quelle: ntv.de, mli/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.