Politik

"Primitiv und geschmacklos" Grabstein vor Merkels Wahlkreisbüro gestellt

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Der Staatsschutz ermittelt, nachdem Unbekannte einen Grabstein vor Angela Merkels Wahlkreisbüro in Stralsund gestellt haben.

(Foto: picture alliance / dpa)

Unbekannte drücken ihren Unmut über die Corona-Maßnahmen der Kanzlerin aus, indem sie einen Grabstein vor Merkels Wahlkreisbüro in Stralsund ablegen. Die Inschrift beerdigt "Pressefreiheit Meinungsfreiheit Bewegungsfreiheit Versammlungsfreiheit". Die CDU ist empört, der Staatsschutz ermittelt.

Unbekannte haben vor dem Wahlkreisbüro von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Stralsund einen nachgebildeten Grabstein aufgestellt. Er trug die Inschrift "Pressefreiheit Meinungsfreiheit Bewegungsfreiheit Versammlungsfreiheit Demokratie 1990-2020", teilte die Polizei mit. Der Stein war von Rosen und Grabkerzen umgeben, ein Mundschutz war an ihm befestigt. Die Hinweistafel zum Wahlkreisbüro wurde mit einem spitzen Gegenstand zerkratzt. Der Staatsschutz der Kripo Anklam ermittelt.

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak verurteilte die Aktion als "primitiv und geschmacklos". "Wir können in unserem Land über alles diskutieren. Aber einen Grabstein vor ein Wahlkreisbüro zu stellen, ist unsäglich und respektlos. Wer mit solchen Mitteln seine Meinung ausdrücken möchte, disqualifiziert sich selbst", erklärte Ziemiak am Abend in Berlin.

Seit mehreren Wochen gibt es in Deutschland Proteste gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Dabei werden verschwörungstheoretische, politisch extreme und esoterische Positionen vertreten. So sind etwa militante Impfgegner und Rechtsextreme dabei. Dies sowie die Verbreitung von Verschwörungstheorien und Falschinformationen zur Corona-Pandemie im Internet werden zunehmend mit Sorge beobachtet. Am Wochenende werden zu den umstrittenen Demonstrationen Tausende Menschen erwartet.

Quelle: ntv.de, hny/dpa