Politik

Aus Beständen der Bundeswehr Granate vor evangelischer Kirche gefunden

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Nach dem Fund einer Bundeswehrgranate ermittelt der Staatschutz. (Symbolbild)

(Foto: imago images/Ralph Peters)

Vor einer evangelischen Kirche in Düren findet die Küsterin kurz vor dem Gottesdienst eine Handgranate. Obwohl die Waffe keinen Sprengstoff enthält, ist der Staatsschutz alarmiert. Weil die Granate aus Bundeswehrbeständen stammt, ermittelt das Bundesverteidigungsministerium nun die Herkunft.

Der Staatsschutz in Nordrhein-Westfalen ermittelt wegen einer Bundeswehr-Handgranate, die vor einer evangelischen Kirche in Düren gefunden wurde. Laut Staatsschutz ist die Handgranate unmittelbar vor Beginn eines Gottesdienstes der evangelischen Christuskirche in Düren am 22. September von einer Küsterin gefunden worden, berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die Handgranate war gesichert und lag in einer Sporttasche neben dem Eingang der Kirche in einem Mülleimer.

Die Kirchengemeinde schaltete die Polizei ein. Ein Sprengmeister des Landeskriminalamts stellte fest, dass die Granate aus Beständen der Bundeswehr stammt. Sie enthielt allerdings keinen Sprengstoff, hieß es in dem Bericht. Die Handgranate Typ „DW12“ wird von der Bundeswehr für Übungszwecke verwendet. Sie enthalte weniger Sprengstoff als herkömmliche Granaten – oder gar keinen, berichtete das RND.

Laut Sicherheitskreisen beschäftigt der Handgranatenfund von Düren inzwischen auch den Deutschen Bundestag. Das Bundesverteidigungsministerium wurde vom Parlamentarischen Kontrollgremium  aufgefordert, über die genaue Herkunft der Handgranate Auskunft zu erteilen. Dessen Mitglieder kontrollieren die Arbeit der deutschen Nachrichtendienste. Der Staatsschutz konnte bislang nicht ermitteln, wer die Handgranate vor der Kirche deponiert habe. Hinweise auf einen politischen Hintergrund gebe es nicht, die Ermittlungen dauerten jedoch an, sagte der Sprecher der Polizei in Aachen.

Laut RND wurden Übungsgranaten vom Typ „DW12“ auch schon bei einem führenden Mitglied des Vereins „Uniter“ gefunden, der verdächtigt wird, Teil eines rechtsterroristischen Netzwerkes ehemaliger und noch aktiver Bundeswehrsoldaten zu sein. Wegen ihres positiven Engagements für Flüchtlinge und des Gewährens von Kirchenasyl für abgelehnte Asylbewerber sei die Kirchengemeinde in Düren immer wieder bedroht worden, heißt es in dem Bericht.

Quelle: ntv.de, mau