Gremium wählt neuen AjatollahLuftangriff soll Gebäude des iranischen Expertenrats getroffen haben

Nach dem Tod des obersten Führers Chamenei steht im Iran die Wahl eines neuen Ajatollahs bevor. Dieser wird von Dutzenden Experten bestimmt. Doch deren Treffpunkt soll nun schwer beschädigt worden sein.
Bei neuen US-israelischen Luftangriffen ist nach Angaben iranischer Medien das Gebäude des Gremiums getroffen worden, das einen Nachfolger des getöteten obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei wählen soll. Die "amerikanisch-zionistischen Verbrecher" hätten das Gebäude des Expertenrats in der südlich von Teheran gelegenen Stadt Ghom angegriffen, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim. Örtliche Medien zeigten Aufnahmen des schwer beschädigten Gebäudes.
Die USA und Israel hatten am Samstagmorgen massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurde unter anderem Irans oberster Führer Chamenei getötet. Nach Chameneis Tod soll der Expertenrat rasch einen Nachfolger bestimmen. Das Gremium besteht aus 88 Juristen, die alle acht Jahre von den iranischen Bürgern gewählt werden. Der Expertenrat bestimmt den obersten Führer des Landes auf Lebenszeit.
Es gab allerdings widersprüchliche Angaben aus Israel und dem Iran zu der Frage, ob im Expertenrat zum Zeitpunkt des Angriffs gerade ein Gremium iranischer Geistlicher tagte, das einen Nachfolger Chameneis bestimmen soll. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, US-israelische Kräfte hätten das Gebäude des Sekretariats des Expertenrats in Ghom angegriffen. Nach ersten Informationen war das Gebäude zum Zeitpunkt des Angriffs jedoch leer, es hätten sich dort keine Personen befunden. Durch den Raketenangriff seien auch Wohnhäuser und Geschäfte in der Umgebung beschädigt. Mehrere Anwohner und Passanten seien verletzt worden.
Bereits in der vergangenen Nacht war das Gelände des Expertenrats in Teheran Ziel von Angriffen durch Kampfflugzeuge der US- und israelischen Streitkräfte geworden. Israelische Medien berichteten dagegen unter Berufung auf Sicherheitskreise, zum Zeitpunkt des Angriffs habe dort eine Abstimmung stattgefunden. Es seien aber offenbar nicht alle 88 Mitglieder des Expertenrats anwesend gewesen, sondern deutlich weniger. Die Berichte ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Weitere Angriffswelle
Die israelische Luftwaffe hat derweil nach Armeeangaben eine "großangelegte" Angriffswelle auf die iranische Hauptstadt Teheran begonnen. "Das Militär hat eine neunte Angriffswelle in Teheran gestartet", erklärte die israelische Armee. "Die Luftwaffe hat nun eine großangelegte Angriffswelle gestartet, die auf die Infrastruktur des iranischen Terrorregimes in Teheran abzielt."
Die israelische Armee teilte außerdem mit, einen hochrangigen iranischen Kommandeur in Teheran angegriffen zu haben. Nähere Angaben wurden zunächst nicht gemacht.