Politik

Klimafreitag soll global werden Greta lädt Erwachsene zum Generalstreik ein

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Raus aus der Komfortzone: Greta Thunberg mahnt die Erwachsenen, sich anzuschließen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Muster "Jung" ermahnt "Alt" spielt im Streit ums Klima eine bedeutsame Rolle. Nun lädt die Galionsfigur der Schülerstreiks alle Erwachsenen weltweit ein, sich dem Protest anzuschließen. Greta Thunberg meint: "Es kann nicht nur an uns hängen bleiben." Es klingt wie beim Streit ums Müllruntertragen.

Gemeinsam mit der Klimaschützerin Greta Thunberg und vielen weiteren Mitstreitern ruft auch die deutsche Aktivistin Luisa Neubauer zur Teilnahme an einem weltweiten Klimastreik auf. In einem Gastbeitrag in der "Süddeutschen Zeitung" appellieren Thunberg, Neubauer und viele Mitverfasser an Erwachsene, sich den Klimaprotesten der Schüler und Studenten am Freitag anzuschließen.

"Wir haben das Gefühl, dass viele Erwachsene noch nicht ganz verstanden haben, dass wir jungen Leute die Klimakrise nicht alleine aufhalten können", heißt es in dem Protestaufruf. Der Kampf gegen die Klimakrise sei keine Aufgabe, die ausschließlich der jungen Generation zufalle. "Das ist eine Aufgabe für die gesamte Menschheit." Es sei höchste Zeit, gemeinsam Widerstand zu leisten.

Trotz der Einladung an die globale Erwachsenenwelt verzichten die Verfasser des Aufrufs nicht auf vorwurfsvolle Begleittöne. "Während der Französischen Revolution sind Mütter in Scharen für ihre Kinder auf die Straße gegangen. Heute kämpfen wir Kinder alleine für uns selbst, während so viele unserer Eltern damit beschäftigt sind zu diskutieren, ob unsere Noten gut sind, ob wir unsere Ernährung umstellen sollen oder was im "Game of Thrones"-Finale passiert ist - während unser Planet brennt", schreiben Thunberg und ihre Mitverfasser in dem Protestbrief.

Globaler Großprotest statt Komfortzone

Nach dem Vorbild Thunbergs gehen Schüler und junge Erwachsene seit Monaten immer freitags auf die Straße - meist während der Schulzeit. Mittlerweile haben sich auch Eltern, Wissenschaftler und andere den Demonstranten der Bewegung Fridays for Future angeschlossen. Das Netzwerk hat für den morgigen Freitag zum zweiten Mal zu einem globalen Großprotest aufgerufen.

Dieser Tag sei wochenlang vorbereitet worden, heißt es in dem Gastbeitrag. "Wir haben zahllose Stunden organisiert und mobilisiert, in denen wir auch einfach mit unseren Freunden herumhängen oder für die Schule hätten lernen können."

Weiterhin plant das Netzwerk eine weltweite Generalstreikwoche im September: "Am Freitag, 20. September, werden wir mit einem weltweiten Streik eine Aktionswoche für das Klima beginnen. Wir bitten Sie, sich uns anzuschließen. Es gibt in verschiedenen Teilen der Welt viele verschiedene Pläne für Erwachsene, sich zusammenzuschließen, Farbe zu bekennen und sich für unser Klima aus der Komfortzone herauszuwagen", heißt es in dem Gastbeitrag von Thunberg und ihren Mitstreitern.

Quelle: n-tv.de, mau/dpa