Iran-Gespräche in Genf stockenGrößter US-Flugzeugträger nimmt Kurs auf Nahost

Das US-Militär im Nahen Osten bekommt eine mächtige Verstärkung. Der größte Flugzeugträger der US-Marine verlässt Kreta und könnte binnen 24 Stunden in der Golfregion sein. Indes sind die Atomgespräche in Genf unterbrochen. Am Abend sollen sie weiterlaufen.
Der größte Flugzeugträger der US-Marine, die USS Gerald R. Ford, ist aus der Souda-Bucht auf Kreta ausgelaufen. Nach Angaben aus Militärkreisen diente der Aufenthalt auf dem dortigen Marine- und Luftwaffenstützpunkt der Versorgung und logistischen Unterstützung des Schiffs.
Nach bisherigen Informationen griechischer Medien könnten der Flugzeugträger und seine Begleitschiffe ihr mögliches Einsatzgebiet im Nahen Osten innerhalb von 24 Stunden erreichen. Noch ist unklar, ob der Verband im östlichen Mittelmeer verbleibt oder den Suezkanal passiert, um über das Rote Meer weiter in Richtung Golfregion zu fahren. Ebenso sei es möglich, dass die Einheiten in der Region Zypern und Israel bleiben, schätzten Militärexperten in Griechenland.
Die Stationierung hatte angesichts wachsender Spannungen im Streit zwischen den USA und dem Iran über dessen Atom- und Raketenprogramm internationale Aufmerksamkeit erregt. Washington hatte seine militärische Präsenz in der Region zuletzt deutlich verstärkt, unter anderem mit dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln. Zudem befinden sich weitere Kriegsschiffe, Luftabwehrsysteme und Kampfflugzeuge im erweiterten Einsatzgebiet.
Atomverhandlungen in Genf
US-Präsident Donald Trump hatte Teheran erneut mit einem militärischen Angriff gedroht, sollten Verhandlungen über das iranische Atomprogramm scheitern. In Genf unterbrachen die USA und der Iran ihre womöglich entscheidenden Atomverhandlungen nach rund drei Stunden. Die Delegationen beider Staaten kämen in Genf nun jeweils zu eigenen Beratungen zusammen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Am Abend sollen die Verhandlungen demnach fortgesetzt werden.
Die USA wollen verhindern, dass die Führung in Teheran Atomwaffen entwickelt. Irans Regierung bestreitet derlei Absichten und zeigt sich bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen. Im Gegenzug fordert Teheran die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen. Am Mittwoch übermittelte der Iran einen ersten Entwurf für ein neues Abkommen.
Der Vermittler Oman bestätigte die Verhandlungspause. "Wir haben heute in Genf kreative und positive Ideen ausgetauscht, und nun haben sowohl die US-amerikanischen als auch die iranischen Unterhändler eine Pause eingelegt. Wir werden später am Tag weitermachen", schrieb Außenminister Badr al-Bussaidi auf X.