Politik

Nicht "allein Özdemir"Grüne Jugend fordert Platz am Verhandlungstisch

10.03.2026, 13:50 Uhr
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Der Co-Vorsitzende der Grünen Jugend, Luis Bobga, will bei der Regierungsbildung ein Wort mitreden. (Foto: picture alliance / dts-Agentur)

Kaum gewinnt Cem Özdemir die Landtagswahlen in Baden-Württemberg, äußert die Grüne Jugend bereits Kritik an dessen Politik. Nun legt Sprecher Luis Bobga nach: Die Landesregierung dürfe nicht nur Özdemir dienen. Auch den Vorfall bei der Wahlparty um Boris Palmer kommentiert er.

Die Grüne Jugend fordert, bei der anstehenden Regierungsbildung in Baden-Württemberg beteiligt zu werden. Der Co-Vorsitzende, Luis Bobga, sagte im "Stern"-Podcast "5-Minuten-Talk", es sei gute Praxis, "im Wahlkampf alles zuzuspitzen auf Cem", nun müsse man aber zusehen, "dass die Grüne Jugend mit in den Verhandlungen dabei ist". Es müsse eine grüne Landesregierung werden "und nicht eine, die allein Cem Özdemir dient".

Nach dem Wahlsieg von Özdemir am Sonntag in Baden-Württemberg hatte Bobga den Spitzenkandidaten bei ntv.de scharf kritisiert. "Wichtiger als ein gutes Ergebnis für die Partei ist am Ende auch gute Politik für die Menschen in Baden-Württemberg. Und nach den letzten Wochen mit Cem Özdemir bin ich mir nicht sicher, ob das automatisch das Gleiche heißt", sagte der Sprecher des Parteinachwuchses. Bei ihm bleibe "ein Fragezeichen hängen, ob das am Ende grüne Politik ist".

Auf die Kritik an Özdemir trotz seines Wahlsiegs angesprochen, sagte Bobga, der Wahlkampf habe insbesondere bei der Grünen Jugend "für Misstrauen gesorgt". Ein Problem der Grünen Jugend ist Özdemirs Nähe zu Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer. Bobga bekräftigte die Erwartung, dass dieser "keine Rolle in der künftigen Landesregierung spielen" werde, sagte er im "Stern"-Podcast. Palmer sei "aus guten Gründen" kein Parteimitglied mehr. Für die Breite der Partei sei klar, "dass Boris Palmer keinen Ministerposten oder eine Beraterfunktion bekommen wird in Cems Landesregierung", sagte Bobga.

Zu Medienberichten, Palmer sei am Sonntagabend von Mitgliedern der Grünen Jugend bedrängt worden, die Wahlparty der Grünen in Stuttgart zu verlassen, erklärte Bobga, er kenne den Vorfall nicht. Zugleich äußerte er Verständnis dafür, "dass Boris Palmer nicht erwünscht ist auf grünen Wahlpartys". Palmer habe "in den letzten Jahren immer wieder gezeigt, dass er verspielt hat, dass er Teil der grünen Familie ist und aus guten Gründen sollte er an solchen Abenden sich nicht mit auf der Wahlparty freuen".

Quelle: ntv.de, vmi

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