Politik

Merz-Strategie "ist gescheitert"Grüne fordern Gegenzölle im Grönland-Streit

17.01.2026, 20:01 Uhr
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Katharina Dröge kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz für die bisherige Linie zu Trump. (Foto: picture alliance / Chris Emil Janßen)

US-Präsident Donald Trump eskaliert den Streit über Grönland. Nun nicht zurückweichen, fordert Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge. Auch der Präsident des DIW hält es für richtig, Trump Paroli zu bieten.

Die Grünen fordern eine geschlossene Reaktion der Europäischen Union auf die Zoll-Drohung von US-Präsident Donald Trump gegen Deutschland und andere europäische Staaten im Grönland-Konflikt. "Die EU darf angesichts der Zoll-Drohungen von Trump jetzt nicht zurückweichen", sagte Fraktionschefin Katharina Dröge in Berlin. "Es braucht die klare Antwort an Trump, dass die EU auf Zollandrohungen mit Gegenzöllen antworten wird."

Dröge kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz für die bisherige Linie zu Trump. "Die Strategie des Zurückweichens und der Beschwichtigung von Friedrich Merz ist gescheitert", meinte die Grünen-Politikerin. "Bei der Verteidigung der internationalen Ordnung braucht es Selbstbewusstsein und Klarheit."

Trump hatte unter Verweis auf den Grönland-Konflikt weitere Zölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische Länder angekündigt. Die gestaffelten Zölle sollen so lange gelten, bis ein Abkommen über den vollständigen Kauf der Arktisinsel erzielt werde, teilte Trump mit. Die Bundesregierung teilte indes mit, die Äußerungen des US-Präsidenten zur Kenntnis genommen zu haben - und sich mit den europäischen Partnern abzustimmen. Zur gegebenen Zeit werde man über eine geeingnete Reaktion entscheiden, sagte Sprecher Stefan Kornelius.

"Höchste Zeit, Trump Paroli zu bieten"

DIW-Präsident Marcel Fratzscher fordert angesichts der neuen Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump gegen Deutschland und andere EU-Länder wegen der Grönland-Frage Konsequenzen. "Es ist höchste Zeit, dass die EU - und vor allem die Bundesregierung - globale Kooperationen mit China und anderen stärkt, um Trump Paroli zu bieten", sagte der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Dessen Androhung von Strafzöllen, um sich Grönland einzuverleiben, zeige die Schwäche und Handlungsunfähigkeit Europas. Dies unterstreiche zugleich das Scheitern der Europäischen Union im Umgang mit Trump im Handelskonflikt.

"Europa hat stetig nachgegeben und Trump gewähren lassen, anstatt sich für die eigenen Interessen und global für Multilateralismus einzusetzen", sagte Fratzscher. "Dieser Fehler rächt sich jetzt, weil Trump die Schwäche und Handlungsunfähigkeit Europas erkannt hat." Er werde Europa so lange erpressen, bis der Kontinent mit einer Stimme spreche, sich stärker integriere, Rückgrat zeige und klüger agiere.

Quelle: ntv.de, toh/dpa/rts

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