Politik

Nach Monsanto-Urteil in USA Grüne fordern Glyphosat-Anwendungsstopp

Fast 290 Millionen Dollar muss Monsanto an einen Krebspatienten zahlen. Das Gerichtsurteil gegen die Bayer-Tochter sorgt für Wirbel an den Märkten und in der Politik. Die Grünen sprechen von einer "tickenden Zeitbombe" und sehen die Bundesregierung in der Pflicht.

Grünen-Chefin Annalena Baerbock hat die Bundesregierung zu einem schnellen Anwendungsstopp des Pflanzengifts Glyphosat aufgefordert. Als Konsequenz aus der Verurteilung des von Bayer übernommenen Agrarkonzerns Monsanto in den USA im Zusammenhang mit Glyphosat erwarte sie von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, dass diese rasch einen Plan zum Verbot von Glyphosat in Deutschland vorlege, sagte Baerbock den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Das Glyphosat-Urteil in den USA sei "eine Ohrfeige für den Monsanto-Konzern und ein Triumph für die Wissenschaftler und Kritiker, die seit Jahren vor dem Pflanzengift Glyphosat warnen", sagte die Grünen-Chefin. Nicht ohne Grund habe sogar die Weltgesundheitsorganisation Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft. Damit habe der Mutterkonzern Bayer "nun auf beiden Seiten des Atlantiks ein Problem".

"Tickende Zeitbombe" Monsanto

Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer sagte den Zeitungen, Monsanto entpuppe sich für Bayer "schneller als erwartet als tickende Zeitbombe". Der deutsche Pharmakonzern müsse künftig "nicht nur in den USA", sondern "überall auf der Welt für Monsantos Geschäftspolitik der vergifteten Erde gerade stehen".

Am Freitag hatte ein Gericht in Kalifornien Monsanto zur Zahlung von fast 290 Millionen US-Dollar an einen Krebspatienten verurteilt. Der ehemalige Hausmeister macht die glyphosathaltigen Herbizide von Monsanto für seinen Lymphdrüsenkrebs verantwortlich.

Quelle: n-tv.de, bad/AFP

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