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Machtkampf in Venezuela Guaidó sucht Kontakt zu US-Militär

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Laut Verfassung kann das von der Opposition kontrollierte Parlament einen Einsatz ausländischer Truppen billigen.

(Foto: dpa)

Seit Wochen versucht Venezuelas Interimspräsident Guaidó, die Armee auf seine Seite zu ziehen. Nun wirbt er auch bei den US-Streitkräften um Unterstützung. Die zeigen sich gesprächsbereit.

Im seit Monaten andauernden Machtkampf in Venezuela sucht der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó den direkten Kontakt zum US-Militär. Er habe seinen Gesandten in Washington angewiesen, Verbindungen zu dem für Lateinamerika zuständigen Südkommando der US-Streitkräfte aufzunehmen, sagte Guaidó bei einer Kundgebung in Caracas. Er suche auch weiterhin das Gespräch mit den venezolanischen Streitkräften.

Guaidó hatte immer wieder angedeutet, dass er unter bestimmten Umständen eine militärische Intervention in Venezuela erwägen würde. Laut Verfassung kann das von der Opposition kontrollierte Parlament einen Einsatz ausländischer Truppen in dem südamerikanischen Land billigen. US-Präsident Donald Trump hatte immer wieder betont, gegenüber Venezuela lägen "alle Optionen auf dem Tisch". Konkrete Hinweise auf ein militärisches Eingreifen der USA gibt es allerdings nicht.

Der Befehlshaber des US-Südkommandos, Admiral Craig Faller, hatte sich zuletzt gesprächsbereit gezeigt. "Wenn mich Juan Guaidó und die legitime Regierung von Venezuela einladen, erörtere ich gerne, wie wir jene Offiziere der venezolanischen Streitkräfte unterstützen können, die die richtige Entscheidung treffen und die verfassungsmäßige Ordnung wiederherstellen", schrieb er auf Twitter. "Wir sind bereit."

Teilnehmerzahlen rückläufig

Guaidó hatte seine Anhänger erneut zu landesweiten Protesten aufgerufen. Die Demonstrationen gelten als Test für die Mobilisierungskraft der Opposition, zehn Tage nach dem Putschversuch von Teilen der Streitkräfte gegen Staatschef Nicolás Maduro. Am vergangenen Wochenende waren die Teilnehmerzahlen bei zwei Kundgebungen der Opposition rückläufig gewesen.

Guaidó hatte am 30. April versucht, die Streitkräfte auf seine Seite zu ziehen und Maduro aus dem Amt zu drängen. Wegen ihrer Unterstützung des gescheiterten Aufstands leitete die venezolanische Führung bisher Strafverfahren gegen zehn Oppositionsabgeordnete ein.

Der Machtkampf zwischen Maduro und Guaidó dauert seit Monaten an. Guaidó wird von rund 50 Staaten, darunter Deutschland und den USA, als Übergangspräsident anerkannt. Maduro kann nach wie vor auf den Rückhalt der Armee zählen und wird unter anderem von Russland unterstützt.

Quelle: n-tv.de, ftü/AFP/dpa

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