Politik

Abwehr mit Einschränkungen HIMARS - moderne Raketenwerfer für die Ukraine

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Der Mehrfachraketenwerfer HIMARS ist in der Lage, unterschiedliche Raketentypen abzufeuern.

(Foto: dpa)

Mit dem modernen US-Mehrfachraketenwerfersystem HIMARS soll die Ukraine der russischen Armee mehr Widerstandskraft entgegensetzen können und den Vormarsch energisch stoppen. Doch das System kann eigentlich mehr, als die USA am Ende zulassen wollen.

Im Rahmen eines neuen Sicherheitspaktes liefern die USA der Ukraine jetzt im Kampf gegen Russland moderne Mehrfachraketenwerfer zur Verteidigung. Zuvor hatte sich das Weiße Haus von der Ukraine versichern lassen, dass mit den Waffensystemen keine Ziele auf russischem Territorium angegriffen werden.

Die Befürchtung liegt nahe, denn die beiden in den USA hergestellten Artilleriesysteme HIMARS (High Mobility Artillery Rocket System) und MLRS (Multiple Launch Rocket System) sind in der Lage, ballistische Kurzstreckenraketen vom Typ MGM-140B ATACMS Block 1 (M39A) mit einer Reichweite von bis zu 300 Kilometern zu verschießen.

Die Entwicklung der MGM-140 ATACMS begann bereits im Jahr 1982, wobei die ersten Raketen im Juni 1990 an die US-Streitkräfte ausgeliefert wurden. Die Idee dieser Boden-Boden-Rakete ist es, gegnerische Ziele weit hinter der Frontlinie zu zerstören und die Nachschublieferungen des Feindes zu unterbrechen. Natürlich können mit den Raketen auch zivile Ziele im Hinterland angegriffen werden.

Aus diesem Grund haben sich die USA entschieden, diese Munition nicht mit den Raketenwerfern an die Ukraine zu liefern. Bei derartigen Angriffen bestünde die Gefahr, so argumentiert das Weiße Haus, dass die USA mit einem Vergeltungsschlag Russlands zu rechnen hätten. Insofern werden die USA mit dem HIMARS-System nur Geschosse liefern, die eine Reichweite von rund 80 Kilometern haben, erklärte ein US-Regierungsvertreter.

MLRS und HIMARS

Sowohl beim MLRS (Multiple Launch Rocket System) als auch beim HIMARS (High Mobility Artillery Rocket System) handelt es sich um Mehrfachraketenwerfer. Während der MLRS auf einem Kettenfahrgestell von A nach B bewegt wird und auch für schweres Gelände geeignet ist, handelt es sich beim HIMARS um einen von Lockheed Martin hergestellten leichten Raketenwerfer auf einem Lastwagengestell.

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Im Normalfall ist das HIMARS mit sechs MLRS-Raketen bestückt.

(Foto: dpa)

Der HIMARS wurde als leichteres, aber vor allem billigeres Pendant zum MLRS bereits 1996 entwickelt und kann problemlos in größeren Flugzeugen transportiert werden. HIMARS besteht aus einem Launcher-Loader-Modul und einem Feuerleitsystem, die beide auf einem standardmäßigen 5-Tonnen-Lkw-Chassis montiert sind. Eine spezielle gepanzerte Kabine bietet Schutz für die drei Insassen, die das System bedienen. Neben der U.S. Army und dem Marine Corps ist HIMARS auch international im Einsatz. Vom HIMARS können alle Raketen und Flugkörper des Multiple Launch Rocket System (MLRS) starten. Das Feuersystem selbst ist mit sechs MLRS-Raketen oder einer Rakete des Army Tactical Missile System (ATACMS) bestückt.

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Prototyp bereits 1999 vorgestellt

Der Prototyp des HIMARS wurde 1999 vorgestellt und die Entwicklung 2002 abgeschlossen. Mit einem Leergewicht von 13,5 Tonnen und normaler Bereifung wird er auf der Straße je nach Produktionsserie bis zu 95 km/h schnell. Er ist dem MLRS also, was die Verlegung über größere Distanzen betrifft, weit überlegen. Der MLRS bringt es lediglich auf eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h. Und das auch nur, wenn der 500 PS starke V8-Zylinder-CUMMINS-Diesel mit dem originalen Dreiganggetriebe verbandelt ist. Das deutsche Getriebe lässt nur eine Geschwindigkeit von 65 km/h zu.

Die auf dem MLRS und dem HIMARS verbauten Waffensysteme sind nahezu identisch, was beide Raketenwerfer in die Lage versetzt, die gleiche Munition zu verschießen. Und die reicht von Raketen mit Hohlladungs-Bomben mit einer Reichweite von bis zu 45 Kilometern über Mehrzweckgefechtsköpfe, die 150 Kilometer zurücklegen können, bis zu den bereits erwähnten GPS-gesteuerten taktischen Raketen (ATACMS) mit einer Reichweite von über 300 Kilometern.

Quelle: ntv.de

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