Politik

Von der Leyen besucht Butscha "Haben das grausame Gesicht von Putins Armee gesehen"

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Unter anderem 20 exhumierte Leichen aus einem Massengrab sah sich die EU-Kommissionspräsidentin an.

(Foto: dpa)

Nach dem Rückzug russischer Truppen aus dem Westen der Ukraine versetzt ein Massaker an Zivilisten in Butscha die Welt in Schockstarre. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen macht bei ihrem Besuch in der Stadt die russische Armee für die Gräueltaten verantwortlich.

Als erste westliche Spitzenpolitikerin hat sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach Bekanntwerden von Kriegsverbrechen im Kiewer Vorort Butscha ein Bild von der Lage gemacht. Die deutsche Politikerin sah sich dort unter anderem 20 exhumierte Leichen aus einem Massengrab an und entzündete in einer Kirche Kerzen für die Opfer der Gräueltaten. Nach dem Abzug russischer Truppen aus Butscha war am Wochenende ein Massaker an Zivilisten bekannt geworden.

"Wir haben das grausame Gesicht von Putins Armee gesehen, wir haben die Rücksichtslosigkeit und die Kaltherzigkeit gesehen, mit der sie die Stadt besetzt hat", sagte die deutsche Politikerin. "Hier in Butscha haben wir gesehen, wie unsere Menschlichkeit zertrümmert wurde, und die ganze Welt trauert mit den Menschen in Butscha."

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Von der Leyen hatte sich als erste westliche Spitzenpolitikerin nach Bekanntwerden von Kriegsverbrechen in Butscha ein Bild von der Lage gemacht.

(Foto: dpa)

Gemeinsam mit dem ukrainischen Regierungschef Denys Schmyhal, dem EU-Außenbeauftragen Josep Borrell und dem slowakischen Ministerpräsidenten Eduard Heger legte von der Leyen Kerzen für die Opfer nieder.

Zuvor hatte die ehemalige Bundesverteidigungsministerin nach langer Zugfahrt mit ihrer Delegation die ukrainische Hauptstadt Kiew erreicht. Dort wollte sie unter anderem den Präsidenten Wolodymyr Selenskyj treffen. Die Reise sei ein "deutliches Zeichen der Unterstützung für die Ukrainer", sagte von der Leyen auf dem Weg nach Kiew. Das Land brauche dringend Hilfe.

Von der Leyen: Ukraine bei EU-Beitritt unterstützen

Russische Truppen waren am 24. Februar in die Ukraine einmarschiert. Am Wochenende hatten vor allem Bilder von teils gefesselten Leichen auf den Straßen von Butscha Entsetzen ausgelöst. Die Ukraine macht russische Truppen für die Gräueltaten an Hunderten Bewohnern verantwortlich. Moskau bestreitet das und spricht von einer Inszenierung, aber ohne Beweise vorzulegen.

Als Reaktion auf das Massaker hatte von der Leyen ein fünftes Sanktionspaket gegen Russland vorgeschlagen, das mittlerweile von den EU-Staaten beschlossen wurde. Es enthält unter anderem ein Importverbot für Kohle aus Russland, aber auch weitere Beschränkungen für den Handel mit Russland und ein weitgehendes Einlaufverbot für Schiffe unter russischer Flagge in EU-Häfen. Der ukrainische Präsident Selenskyj forderte jedoch sogleich härtere Maßnahmen.

Mit Blick auf den Wunsch der Ukraine, der EU beizutreten, sagte von der Leyen, sie werde bei ihrem Besuch mit Regierungschef Schmyhal und Präsident Selenskyj an dem Beitrittsprozess arbeiten. "Wir werden alles tun, um die Ukraine dabei zu unterstützen, die notwendigen Schritte zu unternehmen."

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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