Politik

Wichtige libysche Häfen besetzt Haftar-Truppen blockieren Öl-Exporte

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Der Chef des libyschen Ölkonzerns NOC hält die Öl- und Gasbranche im Land für "lebenswichtig".

(Foto: REUTERS)

In Libyen bringen General Haftars Truppen die wichtigsten Häfen des Landes unter Kontrolle und verhindern Öl-Exporte - und das nur wenige Stunden vor Beginn der Berliner Libyen-Konferenz. Für die Wirtschaft des Landes könnte dies katastrophale Konsequenzen haben.

Einen Tag vor der Berliner Libyen-Konferenz haben die Truppen des abtrünnigen libyschen Generals Chalifa Haftar nach Angaben des staatlichen libyschen Ölkonzerns NOC die wichtigsten Öl-Export-Häfen des Landes blockiert. An den Häfen Brega, Ras Lanuf, al-Sedra und al-Hariga könne derzeit kein Öl ausgeführt werden, teilte NOC mit. Erst kurz zuvor hatte das Unternehmen vor einer Blockade des "lebenswichtigen" Öl-Exports gewarnt.

Wegen der Blockade müsse die tägliche Ölproduktion in Libyen von bislang 1,3 Millionen Barrel auf 500.000 Barrel gedrosselt werden, teilte NOC mit. Die Häfen liegen am sogenannten Öl-Halbmond an der libyschen Nordostküste und sind die wichtigsten Drehkreuze für die Ölexporte des nordafrikanischen Krisenstaates. Das Gebiet befindet sich seit 2016 unter der Kontrolle Haftars.

Erstmals hatten ostlibysche Volksstämme nach der Entsendung türkischer Soldaten nach Libyen mit der Blockade von Öl-Exporten gedroht. Am Freitag forderten sie zudem die Schließung wichtiger Pipelines.

Die "einzige Einkommensquelle der Libyer"?

NOC-Chef Mustafa Sanella hatte mit Blick auf die Drohungen vor dramatischen Auswirkungen auf die libysche Volkswirtschaft gewarnt. Die Öl- und Gasbranche sei "lebenswichtig" für die libysche Wirtschaft und die "einzige Einkommensquelle der Libyer", erklärte Sanalla.

In Libyen bekämpfen sich die von der UNO anerkannte Regierung in Tripolis und die Truppen Haftars, die den Großteil des Ostens und Südens des Landes kontrollieren. Ankara steht in dem Konflikt auf der Seite der Einheitsregierung.

Mit der Libyen-Konferenz in Berlin wollen die Bundesregierung und die UNO den innerlibyschen Friedensprozess wieder anstoßen. Ziel des Treffens, an dem unter anderem die Staats- und Regierungschefs Russlands, der Türkei, Großbritanniens und Frankreichs teilnehmen, ist die dauerhafte Festigung der Waffenruhe in Libyen.

Quelle: ntv.de, agr/AFP