Politik

Ingenieur in Malaysia getötet Hamas beschuldigt Mossad des Mordes

101821557.jpg

Im palästinensischen Autonomiegebiet Dschabaliya stehen maskierte Kämpfer der Hamas vor dem Bild des ermordeten Ingenieurs Al-Batsch.

(Foto: picture alliance / Wissam Nassar)

Nach wochenlangen blutigen Zusammenstößen an der Gaza-Grenze sind Israels Beziehungen zur Hamas äußerst angespannt. Nun gießt der Mord an einem palästinensischen Ingenieur in Malaysia noch Öl ins Feuer. Denn dafür macht die Hamas den Mossad verantwortlich.

Nach der Ermordung eines palästinensischen Raketeningenieurs nehmen die Spannungen zwischen der radikal-islamischen Hamas und Israel zu. Hamas-Chef Ismail Hanija sagte am Samstag in einem Trauerzelt für das Hamas-Mitglied Fadi al-Batsch, Israel habe eine "offene Rechnung" mit dem palästinensischen Volk. Er warf dem israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad vor, für die Tat in Malaysia verantwortlich zu sein und sagte, Israel habe den Konflikt "ins Ausland verlegt".

In Israel wurde dies als Drohung mit Anschlägen auf Israelis im Ausland gewertet. Geheimdienstminister Israel Katz sagte dazu: "Ich schlage Ismail Hanjia, der schon mit Anschlägen auf Israelis im Ausland gedroht hat, vor, weniger zu reden und sich mehr in Acht zu nehmen." Israel würde in einem solchen Fall die Politik der gezielten Tötungen militanter Palästinenser im Gazastreifen wieder aufnehmen, drohte Katz. Ranghohe Hamas-Mitglieder in Gaza, darunter auch Hanija, müssten dann damit rechnen, zu Schaden zu kommen.

Fadi al-Batsch wurde am Samstag in Kuala Lumpur auf dem Weg zu einer Moschee von zwei Männern auf einem Motorrad erschossen, wie die örtliche Polizei mitteilte. Nach israelischen Medienberichten war der 35-Jährige, der seit acht Jahren mit seiner Familie in Malaysia lebte, Experte für Raketen- und Drohnenbau. Die "Times of Israel" berichtete, die Hamas bemühe sich ständig um den Bau modernerer Waffen im Kampf gegen Israel.

Leiche darf nicht nach Gaza überführt werden

Geheimdienstminister Katz wollte sich nicht konkret zu dem Vorfall in Malaysia äußern, sagte jedoch: "Aus israelischer Sicht ist es immer positiv, wenn die Fähigkeiten der Hamas beschnitten werden und der Staat Israel wird überall und mit allen notwendigen Mitteln gegen jene vorgehen, die ihm schaden wollen."

Israelische Medien berichteten, die Familie von Al-Batsch wolle seine Leiche zur Beerdigung in den Gazastreifen überführen. Erziehungsminister Naftali Bennett sagte, Israel werde dies nicht zulassen, bevor die Hamas die Leichen zweier israelischer Soldaten freigebe. Die Familie von Al-Batsch bemüht sich den Angaben zufolge jedoch um eine Überführung über Ägypten in den Gazastreifen. Nach Angaben von Ahmad Zahid Hamidi, stellvertretender Premierminister von Malaysia, war der Palästinenser ein Dozent für Elektrotechnik.

Man gehe davon aus, dass Al-Batsch eine "Bürde für ein Land darstellte, das Palästina feindlich gegenübersteht", sagte Hamidi nach Angaben nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Bernama. Die Angreifer seien Agenten mit europäischem Aussehen gewesen. Er kündigte polizeiliche Ermittlungen an. Bei schweren Zusammenstößen mit israelischen Soldaten an der Gaza-Grenze sind seit Ende März 39 Palästinenser getötet und Hunderte durch Schüsse verletzt worden.

Quelle: n-tv.de, lri/dpa

Mehr zum Thema