Politik

"Mörder"-Graffito in der Zufahrt Haus von Skandal-Polizist wird belagert

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Vor dem Haus von Derek Chauvin stehen sich Demonstranten und Polizei gegenüber.

(Foto: AP)

Nach der Festnahme eines Afroamerikaners in Minneapolis, die tödlich endete, richtet sich die Wut der Menschen gegen den Polizisten Derek Chauvin. Vor dem Haus des 44-Jährigen versammeln sich viele Menschen. Und in den sozialen Medien muss sich Chauvin - auch unwahren - Vorwürfen stellen.

Derek Chauvin ist der Polizist, der sich während dessen Verhaftung minutenlang auf das Genick des Afroamerikaners George Floyd kniete und damit wahrscheinlich dessen Tod verursachte. Der 44-Jährige wurde deshalb aus dem Polizeidienst entlassen. Nun sieht er sich nicht nur mit der Wut vieler Menschen, sondern auch mit - zum Teil auch falschen - Anschuldigungen in den sozialen Medien konfrontiert.

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"Hinter diesem Abzeichen versteckt sich das Böse" steht auf dem Plakat eines Demonstranten vor dem Haus von Derek Chauvin.

(Foto: AP)

Wie unter anderem die britische "Daily Mail" berichtet, hat sich am Mittwoch eine Gruppe Demonstranten vor dem Haus von Chauvin versammelt und das Wort "Mörder" auf die Zufahrt gesprüht. Außerdem platzierten sie ein Plakat vor dem Grundstück mit der Aufschrift "Menschen bringen keine Menschen um, Polizisten tun es". In einigen Medien ist von einer Belagerung des Hauses in der Stadt Oakdale die Rede.

Auf Schildern der Demonstranten war Berichten zufolge auch "Black Lives Matter" zu lesen, das zum Motto der Protestbewegung gegen rassistisch motivierte Polizeigewalt in den USA geworden ist. In sozialen Netzwerken kursieren zudem diverse Anschuldigungen gegen Chauvin, die allerdings nicht zutreffend sind. Wie "USA Today" berichtet, erreichten mehrere Postings, die den 44-Jährigen mit einer rassistischen Ideologie in Verbindung bringen, innerhalb weniger Stunden Hunderttausende Klicks.

Konkret unterstellten die Verfasser, dass Chauvin im Oktober 2019 auf einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump gewesen sei und eine Kappe mit der Aufschrift "Make Whites Great Again" (Macht die Weißen wieder groß) getragen haben soll. Die Polizei von Minneapolis stellte inzwischen gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press klar, dass keiner der in den Fall Floyd verwickelten Polizisten auf dieser Trump-Veranstaltung war.

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Wie unter anderem der US-Sender NBC berichtete, gab es gegen Chauvin in fast zwei Jahrzehnten seiner Dienstzeit als Polizist in Minneapolis ein Dutzend Beschwerden, denen aber keine disziplinarischen Maßnahmen gefolgt seien. Zwar sei die Zahl nach Angaben von Mylan Masson, ehemalige Polizistin und Ausbilderin außer Dienst, höher als üblich, allerdings könne jeder eine solche Beschwerde einreichen - ob sie nun berechtigt sei oder nicht.

Die Wut der Menschen richtet sich allerdings nicht allein gegen den Polizisten. Selbst der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, zeigte Unverständnis darüber, dass Chauvin bisher nicht festgenommen wurde: "Warum ist der Mann, der George Floyd getötet hat, nicht im Gefängnis?" fragte er. Die Schwester des Verstorbenen, Bridgett Floyd, forderte, die vier Beamten müssten wegen Mordes angeklagt werden.

Quelle: ntv.de, jug/AFP