Politik

Technik-Panne auf CDU-Parteitag "Herr Adams" avanciert zum heimlichen Star

229109028.jpg

Bei Jens Spahn hat die Schalte technisch zwar geklappt - geglückt ist sie trotzdem nicht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mikro aus, Stille im Saal: Auch die CDU bleibt bei ihrem virtuellen Parteitag nicht von digitalen Pannen verschont. Bei einer geplanten Fragerunde der drei Kandidaten für den Vorsitz kommt es zu einer missglückten Schalte. Die Zuschauer freut's. Bei ntv erklärt Herr Adam, was passiert ist.

Das hatte sich die CDU wohl anders vorgestellt: Eigentlich sollten zugeschaltete Delegierten nach den Reden der drei Vorsitz-Kandidaten noch mal die Chance erhalten, Rückfragen zu stellen. Doch der Plan geht nicht auf. Stattdessen wird der Delegierte Hans-Werner Adams aus Rheinland-Pfalz unverhofft zum heimlichen Star des Online-Parteitags. Als erster Gast kämpfte er bei der Fragerunde vor dem ersten Wahlgang mit den Tücken der Technik.

Der Grund: Der zugeschaltete Delegierte konnte die Moderatorin nicht hören. Auf ihre Aufforderung: "Herr Adams, Sie können sprechen", folgte Schweigen. Eine erneute Aufforderung: "Ja, Herr Adams, Sie können reden" blieb ebenfalls erfolglos. Um eine längere Stille zu umgehen, schalteten Sie zum nächsten CDU-Mitglied weiter. Doch obwohl da die Technik einwandfrei funktionierte, sorgte auch der nächste Gast für Furore: Jens Spahn stellte nämlich keine Frage, sondern nutzte die Zeit, um Werbung für Laschet zu machen.

Doch anschließend ging die Technik-Panne weiter: Als die Moderatorin wenig später versuchte, Adams erneut zuzuschalten, klappte es wieder nicht. Statt einer Frage herrschte erneut Stille im Studio. Die Zuschauer nahmen es mit Humor und erklärten Adams auf Twitter zum heimlichen Star des Parteitags.

Auch SPD-Politiker Kevin Kühnert kann sich nach der etwas verpatzten Fragerunde einen Kommentar nicht verkneifen. Auf Twitter schreibt er: "Herr Adams hat jetzt auch nicht weniger gefragt als Jens Spahn". Ein Seitenhieb gegen Spahn, dessen Frage in Wirklichkeit eine Lobrede auf Laschet war.

Pannen wie die von dem Delegierten Adams kennen aus dem Homeoffice-Alltag mittlerweile viele. Für die technischen Schwierigkeiten zeigen die Zuschauer deshalb Verständnis und bedanken sich für den Lacher, den Adams ihnen damit beschert hat. Auch SPD-Politikerin Katharina Barley scheint amüsiert. "Das Highlight des CDU-Parteitags ist eindeutig der mehrmalige Versuch, Herr Adams zuzuschalten", schreibt sie auf Twitter.

Bei ntv äußerte sich Adam später zu dem Vorfall und sagt, bei ihm sei alles in Ordnung gewesen. "Alles im grünen Bereich, Mikrofon grün, Lautsprecher grün", so der CDU-Delegierte. Das Problem müsse "irgendwo im Hause der CDU liegen in Berlin".

Friedrich Merz und Norbert Röttgen kommentierten die vergeblichen Versuche des Parteifreundes mit einem Lächeln. "Der Technikcheck ist einwandfrei gelaufen", sagte Adams später. "Nach der Schaltung in den Plenarsaal hat es nicht mehr funktioniert, obwohl das Mikro grün war". Auch die Frage, die er eigentlich stellen wollte, hat er verraten: Er habe zu einer ganzheitlichen Betrachtung von Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpolitik aufrufen wollen.

Quelle: ntv.de, vmi/dpa