Politik

Bio-Laden bedroht und beschimpft Hirse-Boykott erzürnt AfD und Anhänger

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Bereits seit Juli führt der Bio-Laden die fragliche Hirse nicht mehr im Sortiment.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein Leipziger Bio-Laden wirft die Produkte einer Hirsemühle aus dem Sortiment, deren Inhaber der AfD angehört. Die Partei, und demnach der Anbieter, würde sich gegen den "wesentlichsten Grundwert" der Bio-Branche stellen. Seit die AfD das Boykott auf Twitter verbreitet, wird der Ladeninhaber beschimpft und bedroht.

Der Leipziger Supermarkt Biomare, der Produkte einer Hirsemühle wegen der AfD-Zugehörigkeit des Inhabers aus den Regalen genommen hat, sieht sich Beschimpfungen ausgesetzt. Seit die Aufregung in dieser Woche hochgeschwappt ist, seien rund 200 Kommentare über die Firmen-Internetseite eingegangen, sagte Geschäftsführer Malte Reupert. Davon seien drei Viertel Beschimpfungen und Drohungen, es seien aber keine Morddrohungen. Es gebe in den Biomare-Läden viel Unterstützung und Solidarität der Kunden.

Der Supermarkt hatte schon im Juli die Hirse-Produkte ausgelistet. Schilder an den Regalen informieren die Kunden seither darüber, dass der Inhaber der Hirsemühle AfD-Funktionär sei und die Partei den menschengemachten Klimawandel leugne. "Wer den Klimawandel leugnet, stellt sich gegen den wesentlichsten Grundwert unserer Branche", sagte Reupert. Deswegen sei die Bio-Hirse aus den Regalen genommen und durch einen anderen Lieferanten ersetzt worden.

Auch andere Bio-Ketten verabschiedeten sich von der Hirsemühle. Das Thema kam laut Reupert diese Woche in die größere Öffentlichkeit, nachdem der Pressesprecher der AfD-Bundestagsfraktion auf Twitter ein Foto des Infoschildes geteilt hatte. "Ökos! Wehrt Euch! Kauft nicht bei AfDlern!", schrieb er dazu.

Der Biomare-Gründer nimmt die Aufregung gelassen: "Wir sind ein privates Unternehmen. Ich habe Gewerbefreiheit wie jeder andere Mensch auch", sagt Reupert. Jeder entscheide selber, wie und welche Produkte er einkaufe. Die Hirsemühle war am Freitag zunächst nicht telefonisch zu erreichen.

Quelle: n-tv.de, mra/dpa

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