Politik

Schritt zur Demokratie Historische Wahl in Bhutan

Im Himalaja-Königreich Bhutan ist erstmals in freien und geheimen Wahlen eine Nationalversammlung bestimmt worden. Nach Angaben der Wahlkommission beteiligten sich mehr als 70 Prozent an der "historischen Abstimmung". Insgesamt waren 318.465 Wahlberechtigte aufgerufen, über die Verteilung von 47 Mandaten für das Unterhaus des Parlaments zu entscheiden. "Das ist ein denkwürdiger Moment für uns alle", sagte der Chef der staatlichen Wahlkommission, Dasho Kunzang Wangdi, in der Hauptstadt Timphu.

Die Auszählung der Stimmen begann unmittelbar nach Schließung der Wahllokale. Mit Ergebnissen wird jedoch erst am Dienstag gerechnet. Zur Wahl standen Kandidaten von zwei Parteien, deren Programme sich nach Medienberichten kaum unterscheiden. Die Volksdemokratische Partei PDP warb mit dem Slogan "Wohlergehen für alle" um die Gunst der Wähler. Die Harmonie-Partei Bhutans DPT versuchte die Menschen mit "Aufschwung durch Gerechtigkeit" auf ihre Seite zu ziehen.

Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, hatten die Behörden in den 20 Distrikten Bhutans mehr als 850 Wahllokale eingerichtet. Selbst in entlegene Regionen hätten Regierungsvertreter zum Teil mit Hilfe von Maultieren oder zu Fuß elektronische Wahlmaschinen und Wahlunterlagen gebracht, so Wahlkommissionschef Wangdi. Zudem sei der Montag für alle 672.000 Bewohner des wegen der heftigen Himalaja-Stürme auch "Land des Donnerdrachens" genannten Königreichs zu einem Feiertag erklärt worden.

Die Wahl in dem Land von der Größe Niedersachsens ist der letzte Schritt zur Einführung einer konstitutionellen Monarchie. Ende Dezember war bereits das Oberhaus des neuen Parlaments gewählt worden. Die Demokratisierung war auf Initiative von König Jigme Singye Wangchuck eingeleitet worden, der 2005 demokratische Wahlen ankündigt hatte. Ende 2006 übergab er die Regierungsgeschäfte an seinen Sohn, Kronprinz Jigme Khesar Namgyel Wangchuck, der noch in diesem Jahr offiziell zum fünften König der Wangchuck-Dynastie gekrönt werden soll, die seit 1907 herrscht.


Der neue Monarch, der an der britischen Universität Oxford unter anderem Politik studiert hat, ist der älteste Sohn des Königs. Im benachbarten Ausland wird er wegen seines Auftretens gegenüber Frauen auch "der charmante Prinz" genannt.

Quelle: ntv.de

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