Politik

Eklat bei TV-Aufzeichnung Höcke bricht Interview ab

123734575.jpg

Höcke war nach eigenen Aussagen davon ausgegangen, dass es in dem Gespräch in erster Linie um den Landtagswahlkampf gehen würde.

(Foto: picture alliance/dpa)

In einem Fernseh-Interview wird AfD-Politiker Björn Höcke zu seiner Sprache und NS-Begriffen befragt. Nach zehn Minuten greift sein Pressesprecher ein - die Fragen seien so nicht besprochen gewesen, das Interview solle wiederholt werden. Doch dazu kommt es nicht.

Ein Interview des ZDF mit dem AfD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Thüringen, Björn Höcke, hat mit einem Eklat geendet. In dem Gespräch, das am Sonntagabend in der Sendung "Berlin direkt" ausgestrahlt wurde, ging es zunächst um die Sprache des Politikers vom rechtsnationalen Flügel und um NS-Begriffe.

In dem Fernsehbeitrag, der online angesehen werden kann, interveniert Höckes Pressesprecher nach etwa zehn Minuten und sagt: "Ich würde sagen, das sollten wir einfach wiederholen. Das geht so nicht. Das geht so nicht. Sie haben jetzt Herrn Höcke mit Fragen konfrontiert, die ihn stark emotionalisiert haben. Diese Emotionen, glaube ich, sollte man so nicht im Fernsehen bringen."

Eine Wiederholung lehnte der ZDF-Redakteur mit der Begründung ab, dass das nie gemacht werde. Höcke war nach eigenen Aussagen davon ausgegangen, dass es in erster Linie um den Landtagswahlkampf gehen würde. Das ZDF betont, dass es laut Absprache nicht um Thüringen, sondern die bundespolitische Bedeutung Höckes gehen sollte. Daraufhin sagt der Sprecher, das Interview werde so nicht freigegeben.

Wenig später sagt Höcke: "Wir beenden das Interview, nur, dann ist klar … Wir wissen nicht, was kommt … Dann ist klar, dass es mit mir kein Interview mehr für Sie geben wird." Auf die Frage, ob das eine Drohung sei, sagte Höcke: "Nein, das ist nur 'ne Aussage, weil auch ich nur ein Mensch bin." Auf die weitere Frage des Redakteurs, was denn aus Höckes Sicht kommen könnte, antwortete Höcke: "Vielleicht werde ich mal 'ne interessante persönliche, politische Person in diesem Land. Könnte doch sein."

Das Interview wurde am vergangenen Mittwoch in Erfurt geführt. Das ZDF hat das komplette Interview und den Wortlaut online gestellt. Der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands, Frank Überall, erklärte, es sei völlig richtig gewesen, dass sich der ZDF-Kollege nicht darauf eingelassen habe, das Interview in Höckes Sinne "weichzuspülen". "Björn Höcke hat ein weiteres dunkles Kapitel des gestörten Umgangs der AfD mit der Pressefreiheit im Allgemeinen und kritischen Journalistinnen und Journalisten im Besonderen aufgeschlagen", kritisierte Überall.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, ibu/dpa

Mehr zum Thema