Politik

Grüner will nicht kandidieren Hofreiter gibt Amt als Fraktionschef ab

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Hofreiter führt die Fraktion seit 2013 an.

(Foto: dpa)

Bei der Vergabe der Ministerposten für die Ampel-Regierung zieht Anton Hofreiter gegen Cem Özdemir den Kürzeren. Nun wird bekannt, dass der Grüne sich aus der Spitze seiner Fraktion zurückziehen will. Seine Zukunft ist offen - laut Parteichefin Baerbock soll er eine "starke Rolle" im Parlament spielen.

Der Grünen-Politiker Anton Hofreiter will sich offenbar aus der Fraktionsführung seiner Partei im Deutschen Bundestag zurückziehen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Demnach möchte der 51-Jährige, der der Fraktion gemeinsam mit Katrin Göring-Eckardt seit 2013 vorsitzt, nicht erneut für das Amt kandidieren. Die Entscheidung sei bereits Ende der vergangenen Woche gefallen, berichtet die SZ. Hofreiters persönlicher Mitarbeiter Volker Leib habe dies auf Nachfrage bestätigt.

Unklar ist indes, wie Hofreiters politische Zukunft bei den Grünen aussieht. In der neuen Bundesregierung wird der als Parteilinker geltende Bayer kein Ministeramt übernehmen, nachdem sich die Parteiführung für den Realo Cem Özdemir als künftigen Landwirtschaftsminister entschieden hat. Für die Grünen im Bundestag hatte sich Hofreiter vor allem als Verkehrsexperte profiliert.

Angesichts der Entscheidung gegen Hofreiter sieht Grünen-Chefin Annalena Baerbock derweil trotz der Querelen um die Postenvergabe keine Rückkehr der Flügelkämpfe in ihrer Partei. "Es hat geruckelt, solche Momente gibt es immer wieder im Leben - auch im Parteileben", sagte die designierte Außenministerin der Tageszeitung "taz". "Aus den vergangenen Jahren wissen wir zugleich, wie stark wir sind, wenn wir geschlossen als Partei agieren. Das werden wir jetzt in die Regierung tragen." Zur Zukunft Hofreiters sagte Baerbock nur: "Er wird im Bundestag eine starke Rolle spielen."

Dröge will Fraktionschefin werden

Im Gespräch für die neue Fraktionsführung sind die bisherige Parlamentarische Geschäftsführerin Britta Haßelmann und die Abgeordnete Katharina Dröge. Haßelmann werden gute Chancen zugesprochen. Die 59-jährige Realo-Politikerin hat langjährige Bundestagserfahrung, hat bei Oppositionsinitiativen auch immer wieder mit der FDP zusammengearbeitet und ist in beiden Flügeln hochgeschätzt und beliebt.

Die Wirtschaftspolitikerin Dröge kündigte an, dass sie für die Doppelspitze der Fraktion antreten werde. Dröge gehört der Parteilinken an. "Ich möchte Verantwortung übernehmen für die Zeit, die vor uns liegt", schrieb sie in einem Bewerbungsschreiben an die Grünen-Bundestagsabgeordneten. "Erfolgreich sein können wir nur als Team. Und dieses Team würde ich gerne in den nächsten Jahren leiten, als eine von zwei Fraktionsvorsitzenden." Dröge war unter anderem Mitglied des Fraktionsvorstandes und Parlamentarische Geschäftsführerin in der Grünen-Bundestagsfraktion.

Die Grünen wollen in der kommenden Woche über die neue Fraktionsspitze und die Besetzung von Ausschüssen entscheiden. Auch Katrin Göring-Eckardt will nicht mehr antreten.

Quelle: ntv.de, mbe/dpa/AFP

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