Politik

Gala-Dîners auf Staatskosten Hummer-Affäre belastet Macrons Ökominister

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Ein gefundenes Fressen für investigative Reporter: Minister de Rugy und seine Ehefrau Séverine.

(Foto: REUTERS)

Luxus-Weine, Schampus, Hummer: Frankreichs Umweltminister muss die Kosten für private Gelage an die Staatskasse erstatten. De Rugy und seine Ehefrau Séverine sollen wiederholt Freunde im Amtssitz fürstlich bewirtet haben. Das sind nicht die einzigen Vorwürfe gegen den früheren Grünen-Politiker.

Frankreichs Umweltminister François de Rugy bleibt trotz einer "Hummer-Affäre" vorerst im Amt. Allerdings muss der 45-Jährige möglicherweise veruntreutes Geld zurückzahlen, teilte die Regierung in Paris mit. De Rugy soll als Präsident der Nationalversammlung wiederholt Festgelage aus öffentlichen Mitteln gegeben haben. Unterdessen wurden neue Vorwürfe gegen den Minister laut.

Nach einem Bericht der Online-Zeitung "Médiapart" gab de Rugy als Unterhaus-Vorsitzender zwischen Oktober 2017 und Juni 2018 rund zehn Abendessen, bei denen Hummer, Champagner und Weine für 500 Euro pro Flasche gereicht wurden. Die Gäste sollen größtenteils aus dem Umfeld von de Rugys Frau Séverine gestammt haben, die Journalistin bei dem Magazin "Gala" ist.

Die Regierung veranlasste eine interne Untersuchung und verpflichtete de Rugy, "jeden beanstandeten Euro zurückzuzahlen", sagte eine Sprecherin. Ein Jahr nach der Affäre um seinen geschassten Sicherheitsberater Alexandre Benalla will Präsident Emmanuel Macron neue Unruhen in der Sommerpause vermeiden.

Gelbwesten wollen "Hummer für alle"

"Ich habe absolut keinen Grund zurückzutreten", verteidigte sich de Rugy im Sender BFM-TV. Die Vorwürfe bezeichnete er als "Lügen". Er habe eine "Unverträglichkeit für Schalentiere" und trinke keinen Champagner, weil er dadurch Kopfschmerzen bekomme.

Die französischen Grünen (EELV), denen der Umweltminister vor seinem Wechsel in die Reihen von Präsident Macron angehörte, fordern seinen Rücktritt. Bei einem Besuch de Rugys in Niort im Westen des Landes empfingen ihn Grünen-Mitglieder und "Gelbwesten" mit einem mannsgroßen Plastikhummer und skandierten "Hummer für alle".

Der Umweltminister wird inzwischen durch einen neuen "Mediapart"-Bericht belastet. Danach soll er in Westfrankreich ungeachtet seiner hohen Besoldung eine Sozialwohnung für 600 Euro monatlich mieten. Auch dies bestreitet er. Erst am Donnerstag hatte de Rugy seine Kabinettschefin Nicole Klein wegen ähnlicher Vorwürfe entlassen.

Quelle: n-tv.de, mau/AFP