Politik

Mehrere Schüsse ins AutoICE-Agent tötet Frau in US-Bundesstaat Minnesota

07.01.2026, 20:55 Uhr
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Law-enforcement-agents-stand-on-the-scene-of-a-shooting-at-East-34th-Street-and-Portland-Avenue-in-Minneapolis-on-Jan-7-2026-Alex-Kormann-The-Minnesota-Star-Tribune-TNS-ABACAPRESS
Sicherheitskräfte stehen in der Nähe des Tatorts in Minneapolis. (Foto: picture alliance / abaca)

Eine Frau blockiert mit ihrem Auto die Straße für Beamte der US-Einwanderungsbehörde ICE. Die Agenten fordern die Fahrerin auf, umzukehren. Als diese der Aufforderung nachzukommen scheint, fallen plötzlich Schüsse.

Bei einem Einsatz in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota hat ein Agent der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE eine Frau offenbar mit mehreren Schüssen in ihr Auto getötet. Eine Sprecherin des US-Heimatministeriums schrieb auf X, die Getötete habe mit ihrem Fahrzeug die Sicherheitskräfte überfahren und töten wollen. Mehrere Videos vom Tatort zeichnen jedoch ein anderes Bild.

Eine Augenzeugin des Vorfalls sagte dem lokalen Radiosender MPR, sie habe den ICE-Agenten mehrfach auf die Frau schießen sehen. Demnach blockierte die Frau mit ihrem Fahrzeug die Straße vor dem Haus der Zeugin - offenbar während eines Protests gegen die Einsätze der Einwanderungsbehörde in Minneapolis. Die Agenten hätten die Frau zunächst dazu aufgefordert, mit ihrem Auto wegzufahren. "Sie versuchte umzukehren, und der ICE-Agent war vor ihrem Auto, zog eine Waffe und schoss ihr drei, vier Mal ins Gesicht", wird die Zeugin zitiert.

Danach habe es so ausgesehen, als hätte das Auto beschleunigt. In Videos auf Social Media ist zu sehen, wie es in einen Strommast rast. Der Zeugin zufolge saß die Angeschossene am Unfallort vorübergebeugt in ihrem Fahrzeug. Nach Angaben der Polizei wurde sie im Krankenhaus für tot erklärt.

Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf das Büro der demokratischen Senatorin Tina Smith, bei dem Todesopfer handele es sich um die Ehefrau eines prominenten Aktivisten. Auf X schrieb die Sprecherin des Heimatschutzministeriums, der Beamte habe das Feuer eröffnet, nachdem ein "gewalttätiger Randalierer" versucht habe, Beamte zu überfahren.

Die Stadt Minneapolis widersprach dieser Darstellung deutlich. Der demokratische Bürgermeister Jacob Frey warf den Bundesbehörden vor, die Lage eskaliert zu haben. ICE sei nicht in der Stadt, um Sicherheit zu schaffen, sondern verursache Chaos, sagte Frey. Die Darstellung als Selbstverteidigung bezeichnete er als "Bullshit". Die Bundesbeamten forderte er auf, Minneapolis "verdammt noch mal" zu verlassen.

Nach dem Vorfall kam es zu Protesten am Tatort. Hunderte Menschen versammelten sich, skandierten Parolen gegen ICE und forderten den Abzug der Beamten aus der Stadt. Eine ICE-Operation in Minneapolis und St. Paul, an der nach Angaben des Heimatschutzministeriums mehr als 2000 Bundesbeamte beteiligt sind, läuft seit mehreren Tagen. Ziel der Einsätze sind demnach Ermittlungen im Zusammenhang mit mutmaßlichem Betrug, unter anderem im Umfeld der somalischen Community. US-Medien diskutieren, ob der von den Behörden genannte Einsatzgrund als Vorwand für eine politisch motivierte Verschärfung der Einwanderungspolitik dient.

Quelle: ntv.de, dsc/dpa/rts

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