Politik

"Zivilisten zu Boden geworfen"ICE-Beamte treffen US-Senator bei Protesten mit Pfefferspray

26.05.2026, 13:40 Uhr
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Senator Andy Kim versucht, die Lage zu beruhigen. (Foto: picture alliance / Anadolu)

Katastrophale Haftbedingungen in einem Abschiebezentrum in den USA führen zu heftigen Protesten. Das Einschreiten von bewaffneten Bundesbeamten lässt die Lage eskalieren. Ein US-Senator greift ein - und muss wenig später die Augen ausgespült bekommen.

Bei heftigen Protesten gegen ein Abschiebezentrum im US-Bundesstaat New Jersey haben Bundesbeamte Pfefferspraygeschosse auf Demonstranten gefeuert. Dabei wurde auch ein Mitglied des US-Senats in Mitleidenschaft gezogen. Senator Andy Kim berichtete, er habe aufgrund der Pfeffersprühwolke Atembeschwerden gehabt. Ein Foto zeigt, wie ihm die Augen ausgespült werden.

"Ich habe heute innerhalb und außerhalb der ICE-Haftanstalt Delaney Hall chaotische Zustände erlebt", schrieb Kim auf X. "Die Inhaftierten protestierten gegen den Mangel an ordnungsgemäßen Verfahren, das widerwärtige Essen und die schlechte Behandlung, während ihre Familien und Fürsprecher draußen standen und um Hilfe riefen." Anstatt mit dem Senator und anderen Demonstranten über die schlechten Bedingungen zu sprechen, habe die umstrittene Einwanderungsbehörde ICE "ein gepanzertes Fahrzeug und eine Reihe bewaffneter Beamter" geschickt, was die Lage nur noch weiter angeheizt habe.

"Zivilisten wurden zu Boden geworfen und festgehalten, und die Beamten feuerten Pfefferkugeln und Pfefferspray in die Menge", berichtete der Abgeordnete aus New Jersey. "Das ist mehr von derselben Gesetzlosigkeit, die wir schon an anderen Orten im Land gesehen haben", klagte er an. "Was ich heute gesehen und erlebt habe, war beschämend."

Das US-Heimatschutzministerium erklärte der Website "nj.com" zufolge, dass niemand "direkt von Pfefferkugel-Geschossen getroffen" worden sei. Demnach versammelten sich am Wochenende rund 125 Demonstranten vor dem Abschiebezentrum und bildeten zeitweise eine Menschenkette sowie provisorische Barrikaden. "Randalierer" hätten die Strafverfolgungsbehörden am Verlassen der Einrichtung gehindert, hieß es. Die Demonstranten hätten sich geweigert, mehrfachen Anweisungen der Beamten Folge zu leisten, woraufhin die ICE-Beamten "das erforderliche Mindestmaß an Gewalt" eingesetzt hätten.

Während das Heimatschutzministerium den Vorfall herunterspielte, sprach Senator Kim von einem "Versagen dieser Regierung". Auf Bildern und Videos ist zu sehen, wie der Abgeordnete sich zwischen die ICE-Agenten und die Demonstranten stellt, um die Situation zu beruhigen. Später gehörte Kim laut "nj.com" zu denjenigen, die Erste Hilfe erhielten, nachdem sie Pfefferspray ausgesetzt waren. "Es brennt einfach", wird der Politiker zitiert. "Ich wollte nur versuchen, die Menschen zu schützen."

Die umstrittene Einwanderungsbehörde ICE geriet Anfang des Jahres zunehmend in die Schlagzeilen. Nach dem Tod von zwei US-Demonstranten durch Schüsse von Bundesbeamten in Minnesota wurde Heimatschutzministerin Kristi Noem Anfang März von US-Präsident Donald Trump entlassen. Auch unter Nachfolger Markwayne Mullin setzt das Ministerium mit seinen Behörden die Massenabschiebekampagne von Trump fort. Dabei gibt es immer wieder Proteste gegen das teilweise gewalttätige Vorgehen von ICE und katastrophale Haftbedingungen für Migranten.

Quelle: ntv.de, dsc

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