"Durch Drohungen beeinflusst"IG Metall zieht wegen Tesla-Betriebsratswahl vor Gericht

Bei der jüngsten Betriebsratswahl bei Tesla-Grünheide landet die Liste der IG Metall nur auf Platz 2. Die Gewerkschaft erklärt das mit einer Einschüchterungskampagne der Geschäftsführung um Konzernchef Musk und will die Wahl vor Gericht anfechten.
Die Gewerkschaft IG Metall wirft dem US-Autobauer Tesla "Drohungen" und unzulässige Wahlbeeinflussung anlässlich der Betriebsratswahl im brandenburgischen Grünheide vor. "Aus diesen Gründen hat sich die IG Metall für eine Anfechtung der im März 2026 stattgefundenen Betriebsratswahl bei Tesla entschieden", teilte die Gewerkschaft am Nachmittag mit. Ein entsprechender Beschlussantrag zur Feststellung der Unwirksamkeit der Betriebsratswahl sei eingereicht worden.
Die IG Metall war bei der Betriebsratswahl der rund 10.700 Tesla-Beschäftigten Anfang des Monats hinter der gewerkschaftsunabhängigen Liste Giga United auf dem zweiten Platz gelandet, hatte der Unternehmensleitung aber bereits damals einen "schmutzig geführten Wahlkampf" vorgeworfen. "Der Eindruck, dass die Wahl bei Tesla durch Drohungen beeinflusst wurde, ist zu schwerwiegend", dies müsse gerichtlich geklärt werden, bekräftigte die Erste Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, den Vorwurf der Gewerkschaft.
"Massiver Eingriff in Mitbestimmung"
Die IG Metall kritisierte, dass den Beschäftigten bei Tesla über Monate hinweg vermittelt worden sei, "eine Entscheidung für die IG Metall sei eine Entscheidung gegen Tesla und hätte Konsequenzen für die Zukunft des Werks und ihrer Arbeitsplätze". Das Betriebsverfassungsgesetz verbiete jedoch die Behinderung von Wahlen, insbesondere durch das Androhen von Nachteilen, erklärte die Gewerkschaft. Dagegen habe Tesla aus Sicht der IG Metall verstoßen.
Der IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen, Jan Otto, teilte mit, dass Tesla-Chef Elon Musk und die deutsche Tesla-Geschäftsführung "all ihre Macht" eingesetzt hätten, um die Betriebsratswahl in ihrem Sinne zu steuern. "Mit derart massiven Eingriffen in die Mitbestimmung darf ein Konzern in Deutschland nicht durchkommen", forderte er. "Dagegen setzen wir uns mit allen Mitteln zu Wehr - wenn es sein muss auch mit rechtlichen Mitteln." Eine erfolgreiche Anfechtung der Wahl würde nach Angaben der Gewerkschaft dazu führen, dass eine Neuwahl stattfinden muss.