Politik

Islamisten feiern EU-Ausstieg IS: Brexit ist Chance für Attentäter

f3c42ed721f315ea271a13e928867e87.jpg

Innerhalb des IS glaubt man offenbar, der Brexit stehe im Zusammenhang mit dem Aufstieg der Terrororganisation.

(Foto: AP)

Der Ausstieg Großbritanniens aus der EU wird auch vom IS gefeiert. Die Islamisten sehen darin ein Zeichen für den Zerfall Europas und rufen einem Bericht zufolge ihre Kämpfer auf, den Moment der Schwäche auszunutzen - dabei wird auch Berlin als Ziel genannt.

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat zu neuen Anschlägen in Europa aufgerufen. Dabei solle der Moment der Schwäche nach der Entscheidung Großbritanniens, die EU zu verlassen ausgenutzt werden, um den Kontinent zu "paralysieren". Die Organisation "Site", die Aktivitäten terroristischer Gruppen im Internet überwacht, meldet, der IS habe Kämpfer über den Nachrichtendienst Telegram dazu aufgefordert, Anschläge inmitten der Phase politischer und finanzieller Schwäche durchzuführen. Dabei seien explizit Brüssel und Berlin als Ziele genannt worden. Weitere Informationen über mögliche Anschläge sind dem Bericht von "Site" nicht zu entnehmen.

Darüber hinaus habe der IS seine Freude über den Ausgang des Referendums ausgedrückt. Der Brexit werde Europa in eine tiefe wirtschaftliche Krise stürzen und politisch spalten, erwarten die Islamisten. Der scheidende britische Premierminister David Cameron hatte letzten Monat gesagt, die Terrororganisation wäre vermutlich "froh", wenn die Briten sich für den Ausstieg aus der EU entscheiden.

Auch anderen Portale, die über die Aktivitäten des IS berichten, melden eine geradezu enthusiastische Stimmung angesichts der britischen Abstimmung. Das Portal "Vocativ" etwa zitiert Twitter-Nachrichten in denen gejubelt wird, der Aufstieg des Islamischen Staates habe den Niedergang Großbritanniens herbeigeführt und die EU kollabieren lassen. Die Turbulenzen an den Börsen wird in islamistischen Kreisen offenbar außerdem als Indiz dafür gesehen, dass Großbritannien in Zukunft nicht mehr in der Lage sein könne, Kampfeinsätze in arabischen Staaten durchzuführen.

Derweil hat es in Belgien bei Anti-Terroraktionen wieder Festnahmen gegeben. Nahe der Stadt Tournai im Süden des Landes nahm die Polizei bei einer Razzia in der Nacht zum Samstag drei Verdächtige fest, berichtet die Nachrichtenagentur Belga. Details zu möglichen Anschlagsplänen oder Hintergründen blieben zunächst offen. Im ostbelgischen Verviers nahmen Ermittler einen jungen Mann unter Terrorverdacht fest. Nach unbestätigten Angaben des belgischen Senders RTL wird ihm vorgeworfen, einen Angriff bei einer öffentlichen Übertragung eines EM-Fußballspiels geplant zu haben. Bereits am vergangenen Wochenende war die Polizei massiv gegen Terror-Verdächtige vorgegangen. Zwölf Menschen wurden bei Razzien festgenommen.

Quelle: ntv.de, bdk/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.