20 Terroristen im Niger getötetIS greift Flughafen an - USA ziehen Personal ab

In der Hauptstadt des Niger kommt es zu einem schweren Angriff durch Terroristen des sogenannten Islamischen Staats. Die USA fordern daraufhin einen Teil ihrer Mitarbeiter zur Ausreise auf. 2025 gab es in dem afrikanischen Land viele Tote durch Dschihadistengruppen.
Nach einem Anschlag der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) im Niger hat das US-Außenministerium einem Teil seines Personals in dem westafrikanischen Land die Ausreise befohlen. "Aufgrund von Sicherheitsrisiken" sollten alle nicht unbedingt erforderlichen Mitarbeiter und deren Familien das Land verlassen, erklärte das US-Außenministerium.
In der Nacht zum Donnerstag hatten Angreifer den Flughafen in Nigers Hauptstadt Niamey attackiert. Die Junta des westafrikanischen Landes teilte mit, 20 Angreifer seien getötet und vier Soldaten der Armee verletzt worden. Die Kämpfe hätten rund eine Stunde gedauert. Am Freitag reklamierte die Dschihadistengruppe IS den Anschlag für sich. Angriffe in der Hauptstadt Niamey sind ungewöhnlich.
Vor zwei Wochen waren laut Einwohnern bewaffnete Angreifer in das Dorf Bosiye nahe der Grenzen zu Burkina Faso und Mali eingedrungen und hatten 30 Zivilisten getötet. Eine örtliche Studentenvereinigung bestätigte die Opferzahlen und sprach von einer "abscheulichen und barbarischen Tat".
2000 Tote im vergangenen Jahr
Der Niger ist seit rund zehn Jahren mit tödlicher Gewalt durch Dschihadistengruppen konfrontiert, die mit Al-Kaida und der Miliz Islamischer Dschihad in Verbindung stehen. Dabei wurden insbesondere im Dreiländereck zwischen Niger, Mali und Burkina Faso zahlreiche blutige Anschläge verübt. Im vergangenen Jahr wurden rund 2000 Menschen im Niger durch die Gewalt getötet, wie Daten der Nichtregierungsorganisation ACLED zeigen.
Das Militär im Niger hatte im Juli 2023 den demokratisch gewählten Präsidenten Mohamed Bazoum gestürzt. Wie andere Länder in der Region wandte es sich daraufhin verstärkt Russland zu und forderte westliche Truppen auf, das Land zu verlassen. Die französische Armee, die US-Armee und die Bundeswehr zogen sich aus dem Niger zurück.