Politik

Gabriel: Kampf aber nicht vorbei IS ist ganz aus Rakka vertrieben

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Ein gepanzertes Fahrzeug fährt durch Rakka auf der Suche nach Minen und Bomben, die vom IS zurückgelassen wurden.

(Foto: dpa)

Nach Mossul im Irak nun Rakka in Syrien: Der IS verliert immer deutlicher an Boden. Aber auch der Fall der letzten großen Bastion der Dschihadisten heißt noch nicht, dass sie besiegt sind.

Die von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) haben eine komplette Befreiung der früheren IS-Hochburg Rakka verkündet. Die gesamte Stadt stehe unter Kontrolle des von Kurden geführten Bündnisses, erklärten die SDF in einer Fernsehansprache. Zuvor sei die Stadt in den vergangenen Tagen nach letzten verbliebenen Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) durchkämmt worden.

Die US-geführte internationale Koalition gratulierte den "SDF-Partnern" und würdigte den Mut sowie die "beträchtlichen Opfer", die im Kampf gegen die Militanten gebracht worden seien. Zugleich betonte sie, dass der Kampf gegen den IS noch nicht vorbei sei.

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Ein SDF-Kämpfer entfernt Sprengstoffe aus einem Stadion.

(Foto: dpa)

Auch Außenminister Sigmar Gabriel begrüßte die Entwicklung. "Das ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den Terror, der aber noch länger nicht gewonnen sein wird", erklärte Gabriel. "Nur mit umfassender Unterstützung der internationalen Gemeinschaft hat die Stadt eine Aussicht auf Normalität und Alltag jenseits des Schreckens." Dazu gehöre die Entschärfung der "perfiden IS-Sprengfallen". Die Bundesregierung habe dafür bereits zehn Millionen Euro vorgemerkt, sagte der Außenminister.

Ziviler Rat soll Stadt kontrollieren

Am Dienstag war das SDF-Bündnis in die letzten von IS-Kämpfern gehaltenen Gebiete im Stadtzentrum von Rakka vorgedrungen und hatte bereits den Sieg über den IS in der Stadt verkündet. Ein ziviler Rat soll die Kontrolle übernehmen. Die Zukunft der Provinz Rakka werde von den Menschen selbst im Rahmen einer demokratischen, dezentralen Regierung bestimmt werden, sagte SDF-Sprecher Talal Silo. Gabriel sagte, man werde sich in der Anti-IS-Koalition für lokale Verwaltungsstrukturen stark machen, die die Bevölkerung von Rakka repräsentieren.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sollen rund 80 Prozent der Stadt zerstört sein. Die SDF habe eine "höchst effektive und professionelle Operation in einem schwierigen urbanen Umfeld" durchgeführt, hieß es in einer vom US-Zentralkommando veröffentlichten Erklärung der Koalition. Der Verlust von Mossul und nun Rakka seien "Wendepunkte" für den IS. Sein Terror sei damit aber noch nicht zu Ende. Die Miliz militärisch zu schlagen sei zwar "essentiell, aber nicht ausreichend", wurde Koalitionskommandeur Paul Funk zitiert. Es gelte weiter, die Überreste der Miliz im Irak und in Syrien auszuschalten und der von ihrer brutalen Besetzung betroffenen Bevölkerung zu helfen: "Es liegt noch ein harter Kampf vor uns."

Quelle: n-tv.de, hul/dpa