Politik

Chemie-Waffenexperten warnen IS stellt offenbar selbst Senfgas her

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Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen wurden vor zwei Jahren Senfgasbestände des syrischen Regimes auch in Deutschland entsorgt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Sowohl der Regierung als auch den Rebellen in Syrien wird vorgeworfen international geächtete Chemikalien als Waffen einzusetzen. Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen untersucht diesen Verdacht. Bei einem Fall stellt sie Besorgniserregendes fest.

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat nach Erkenntnissen der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) möglicherweise selbst Senfgas hergestellt, das bei Angriffen in Syrien und im Irak eingesetzt wurde. Das lege die Untersuchung von Proben durch OPCW-Experten nahe, sagte der Leiter der Organisation, Ahmet Üzümcü.

Dies sei "äußerst besorgniserregend". Das Senfgas sei zwar von "ziemlich schlechter Qualität, aber trotzdem schädlich". Die OPCW prüfe derzeit mehr als 20 Berichte über Giftgasangriffe in Syrien seit August. Erst am Donnerstag seien Bericht der syrischen Regierung über solche mutmaßlichen Angriffe ihrer Gegner eingegangen.

Vergangene Woche hatte die OPCW eine Resolution verabschiedet, die den Einsatz von Chemiewaffen in Syrien sowohl durch die Regierungstruppen als auch durch die Rebellen "auf das Schärfste" verurteilt. Die dafür Verantwortlichen werden aufgefordert, die weitere Verwendung solcher Warten "sofort" zu beenden. Die für die Verabschiedung der Resolution erforderliche Zweidrittelmehrheit wurde erreicht. Dafür stimmten unter anderen die USA, Frankreich und Großbritannien. Dagegen stimmten unter anderem China, Russland und der Iran.

Quelle: ntv.de, mbo/AFP

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