Politik

Bericht aus "Charlie Hebdo"-Redaktion "Ich habe den Horror gesehen"

Einer der Überlebenden meldet sich zu Wort. Ein Journalist war im Konferenzraum von "Charlie Hebdo", als die Terroristen die Redaktion betraten. Er kann selbst noch kaum fassen, was da passiert ist.

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(Foto: dpa)

"Ich habe den Horror gesehen", sagt Laurent Léger. Der Journalist war im Konferenzraum von "Charlie Hebdo", als zwei vermummte Männer in das Gebäude platzten und das Feuer eröffneten. Laut "Le Figaro" erzählte er einem Radiosender, wie er die Minuten erlebt hat. Anfangs habe er an "eine Farce geglaubt", dachte, dass jemand ihnen einen Streich spielen wolle. Doch es war die bittere Wahrheit: "Die Barbarei ist in die Zeitung gekommen", sagt er.

Léger widerspricht Angaben, nach denen die Schützen die anwesenden Personen aufgefordert hätten, ihre Namen zu sagen. "Das war überhaupt nicht so." Sie hätten nur den Namen von Stephane "Charb" Charbonnier gerufen und dann nur noch geschossen. Er selbst habe sich gerettet, indem er hinter einen Tisch sprang. So habe er sich Blickfeld der Terroristen entzogen.

Einer der Schützen habe den Raum verlassen, sei dann jedoch zurückgekehrt, nachdem er sich mit seinem Komplizen besprochen hatte. "Er sagte, er würde keine Frauen töten, obwohl eine schon am Boden lag", berichtet Léger. Er könne noch immer nicht fassen, was da passiert sei. Unter der kleinen Gruppe der Überlebenden sei noch keiner dazu in der Lage.

Am Mittwoch hatte bereits die Überlebende Corinne Rey von ihren Erlebnissen erzählt. Auch sie hatte sich hinter einem Tisch versteckt - nachdem sie die Attentäter in die Redaktion gelassen hatte. Ihren Angaben zufolge waren die Schützen für fünf Minuten in der Redaktion. Ein Kriegsreporter, der in der Nähe war, sprach von "mindestens 30 Schüssen".

Quelle: n-tv.de, vpe

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