Politik

Mehrere Oberbürgermeisterwahlen In Hannover ist die SPD abgemeldet

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Hat sich in Hannover für die Stichwahl des Oberbürgermeisters qualifiziert: Der grüne Belit Onay weist die SPD nach 70 Jahren Dauerregentschaft in die Schranken.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Schatten der Landtagswahl in Thüringen stimmen die Bürger in Hannover, Halle, Kiel und Mainz über ihr Stadtoberhaupt ab. Niedersachsens Landeshauptstadt erlebt eine politische Neugeburt: Erstmals seit 70 Jahren stellt die SPD nicht den künftigen Oberbürgermeister. In Halle bleibt alles beim Alten.

Die SPD stellt erstmals seit mehr als 70 Jahren nicht mehr den Oberbürgermeister von Hannover.  Bei der vorgezogenen Oberbürgermeisterwahl in Hannover belegten die Kandidaten Belit Onay von den Grünen und Eckhard Scholz von der CDU mit nur wenigen Stimmen Abstand die Plätze eins und zwei. Onay erhielt laut vorläufigem Ergebnis 60.095 Stimmen, Scholz 60.046. Damit kamen beide auf 32,2 Prozent. Die Entscheidung muss nun eine Stichwahl am 10. November bringen.

In der niedersächsischen Landeshauptstadt gab es vorzeitige Neuwahlen, nachdem sich der sozialdemokratische Oberbürgermeister Stefan Schostok nach einer Untreueanklage zurückgezogen hatte.

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Wiedergewählt: Halles OB Bernd Wiegand.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zeitgleich mit der Landtagswahl in Thüringen waren außerdem die Bürger in Halle an der Saale, Mainz und Kiel zur Wahl ihres Stadtoberhauptes aufgerufen. Bei der Oberbürgermeisterwahl in Halle an der Saale setzte sich Amtsinhaber Bernd Wiegand durch. Der parteilose Politiker entschied die Stichwahl gegen Hendrik Lange klar für sich, teilte die Stadtveraltung auf ihrer Internetseite mit. Laut vorläufigem Ergebnis kam Wiegand auf 61,42 Prozent der Stimmen, sein Konkurrent erhielt 38,58 Prozent. Lange war für SPD, Grüne und Linke ins Rennen gegangen.

In Halle wird alle sieben Jahre ein Oberbürgermeister gewählt. Nach dem Anschlag eines Rechtsextremisten mit zwei Toten Mitte Oktober - vier Tage vor der ersten Wahlrunde - war der Wahlkampf in den Hintergrund gerückt, Abschlusskundgebungen wurden abgesagt. Wiegand ist nicht unumstritten. Weil er enge Mitarbeiter zu Unrecht in höhere Gehaltsstufen eingruppiert haben sollte, musste er sich vor Gericht wegen Untreue verantworten. Er wurde aber rechtskräftig freigesprochen.

Kiel bleibt in SPD-Hand, in Mainz gibt es eine Stichwahl

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Souverän: Ulf Kämpfer muss nicht in die Stichwahl.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ulf Kämpfer bleibt Oberbürgermeister von Kiel. Der SPD-Politiker entschied die Wahl nach vorläufigen Ergebnissen klar für sich: Für ihn stimmten 65,8 Prozent der Kieler, teilte die Stadt auf ihrer Internetseite mit. Auf den zweiten Platz kam demnach mit deutlichem Abstand der CDU-Politiker Andreas Ellendt mit 20,3 Prozent. Eine Stichwahl ist somit nicht notwendig. Die beiden anderen Bewerber waren weit abgeschlagen: Björn Thoroe (Linke) kam auf 9,1 Prozent, Florian Wrobel (Die Partei) auf 4,8 Prozent. Kämpfer hatte bereits 2014 im ersten Wahlgang gesiegt. Im aktuellen Wahlkampf wurde er nicht nur von seiner eigenen Partei unterstützt, sondern auch von FDP, Grünen und dem Südschleswigschen Wählerverband.

Bei der Oberbürgermeisterwahl in Mainz erreichte in der ersten Runde keiner der Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit von mehr als 50 Prozent der Stimmen. Der sozialdemokratische Amtsinhaber Michael Ebling schnitt nach dem vorläufigen Endergebnis mit 41,0 Prozent zwar am stärksten ab, muss nun aber in die Stichwahl am 10. November. Dort trifft er auf den unabhängigen Kandidaten Nino Haase, der von der CDU unterstützt wird und 32,4 Prozent der Stimmen holte. Aus dem Rennen ist die Grünen-Bewerberin Tabea Rößner, die mit 22,5 Prozent der Stimmen chancenlos blieb. Insgesamt waren fünf Kandidaten angetreten.

Quelle: ntv.de, mau/dpa/AFP