Politik

Trotz gegenseitiger LuftangriffeInsider: Verhandlungen zwischen USA und Iran auf Kurs

11.06.2026, 14:03 Uhr
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Die USS Michael Murphy feuerte Tomahawk-Marschflugkörper von einem unbekannten Standort auf Ziele im Iran ab. (Foto: via REUTERS)

Nach den gegenseitigen Angriffen der letzten zwei Nächte scheint die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran nur noch auf dem Papier zu bestehen. Doch trotz der militärischen Eskalation sollen die Gespräche zwischen beiden Seiten Diplomaten zufolge Fortschritte machen.

Die Bemühungen um ein vorläufiges Abkommen zwischen den USA und dem Iran intensivieren sich iranischen Insidern zufolge trotz der gegenseitigen Angriffe. Wie drei iranische Insider Reuters erklären, beraten beide Staaten auch über einen Mechanismus zur Freigabe eingefrorener iranischer Gelder. Die Verhandlungen seien weiterhin auf Kurs, berichtet auch der US-Nachrichtensender CNN unter Berufung auf Diplomatenkreise.

Demnach tauschten beide Seiten Entwürfe für eine Absichtserklärung aus. Ein zentraler Streitpunkt sei die Freigabe eingefrorener iranischer Öleinnahmen im Ausland. Der Iran fordere die Auszahlung von sechs bis zwölf Milliarden Dollar. Die Regierung in Washington wolle die Gelder jedoch schrittweise und ausschließlich für humanitäre Güter bereitstellen.

Für die Führung in Teheran stehe ein Rahmenabkommen im Vordergrund, das dem Iran eine wirtschaftliche Atempause verschaffe und den Krieg beende, hieß es. Zudem fordere der Iran ein Ende der israelischen Angriffe im Libanon, die Aufhebung von Sanktionen und die Anerkennung seiner Kontrolle über die Straße von Hormus. Trump verlange im Gegenzug ein Ende der iranischen Blockade der Meerenge und Garantien, dass der Iran keine Atomwaffen entwickle.

Nach den jüngsten gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran hat sich das in dem Konflikt vermittelnde Pakistan "zutiefst besorgt" gezeigt. Pakistan werde seine Vermittlungsbemühungen trotz der "Eskalation" der Lage fortführen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Islamabad. Diplomatie und Dialog sollten die Prinzipien sein, um eine "Lösung für alle strittigen Fragen" zu erreichen, fügte er hinzu.

Trump droht martialisch

Nachdem der Iran und die USA einander in der Nacht zum Donnerstag erneut angegriffen hatten, drohte US-Präsident Donald Trump einem Fernsehbericht zufolge Teheran in martialischen Worten mit weiteren heftigen Bombardierungen, sollte die Führung in Teheran nicht unverzüglich einer Vereinbarung zustimmen. Auch Verteidigungsminister Pete Hegseth forderte Zugeständnisse von Teheran und drohte mit weiteren Luftschlägen: "Wenn wir mit Bomben verhandeln müssen, dann verhandeln wir mit Bomben. Und wir sind sehr gut darin".

Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Teheran reagierte darauf mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Seit dem 8. April gilt eine Feuerpause, die jedoch brüchig ist. Diplomatische Bemühungen zur dauerhaften Beilegung der Kämpfe führten bisher zu keiner Einigung. Pakistan agiert als Vermittler in den indirekten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran.

Quelle: ntv.de, gut/rts

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