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Ministerpräsident erklärt Sieg Iraker feiern Befreiung Mossuls vom IS

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Bereits gestern tanzten die Menschen auf den Straßen Mossuls.

(Foto: dpa)

Der Irak ruft eine Woche Staatsfeier aus, auf den Straßen tanzen die Menschen und Soldaten schwimmen im Tigris - der IS in Mossul ist besiegt, wie Ministerpräsident Haider al-Abadi verkündet. Doch die Probleme der Stadt hören damit nicht auf.

Der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi hat formell die Rückeroberung der Großstadt Mossul vom Islamischen Staat (IS) verkündet. Der in der Metropole ausgerufene Terrorstaat der Islamisten sei gescheitert, sagte er im staatlichen Fernsehen. Die US-geführte Anti-IS-Allianz bestätigte, dass Mossul nun unter der Kontrolle der Regierung sei. Allerdings müssten noch Sprengfallen geräumt und etwaige versteckte IS-Kämpfer ausfindig gemacht werden.

Der IS selbst erklärte, er habe einen Gegenangriff auf die Armee in Mossul gestartet. Eine Bestätigung dafür lang nicht vor. Der Sieg nach neun Monaten Kampf hat eine symbolische Bedeutung: Von Mossul aus hatte IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi 2014 sein Kalifat ausgerufen und sich zum Anführer aller Muslime erklärt. "Ich gebe von hier aus das Ende und das Scheitern und den Zusammenbruch des Terrorstaates der Falschheit und des Terrorismus bekannt, den der terroristische Daesch von Mossul aus verkündet hatte", sagte Al-Abadi, der damit eine andere Bezeichnung für den IS wählte.

In der Stadt selbst entspannten sich die irakischen Soldaten sichtbar. Einige schwammen im Tigris. Ein anderer wischte sich mit einer IS-Fahne den Schweiß aus dem Gesicht. Von den Häuserkämpfen der vergangenen Tage und Wochen zeugte der Leichengeruch in den Straßen. Die irakische Regierung rief eine einwöchige Staatsfeier aus. In Bagdad und anderen Städten wurde auf den Straßen gefeiert.

Trump gratuliert

US-Präsident Donald Trump erklärte, die Tage des IS seien gezählt. Die UN-Koordinatorin für humanitäre Hilfe für den Irak, Lise Grande, zeigte sich einerseits erleichtert. "Die Kämpfe mögen vorbei sein, aber die humanitäre Krise ist es nicht", warnte sie aber auch. "Was die Menschen erlebt haben, ist fast nicht vorstellbar." Bei den Kämpfen wurden Tausende Bewohner getötet. Hunderttausende sind geflüchtet.

Das Vorgehen der Islamisten brachte nach der Eroberung selbst viele Sunniten gegen die Miliz auf. Sie hatten den IS zunächst gegen die schiitische Mehrheit im Land unterstützt. Große Teile der Stadt wurden bei den Kämpfen zerstört. Der IS selbst hatte bereits die Großmoschee Al-Nuri gesprengt, von der Al-Bagdadi einst sein Kalifat ausgerufen hatte. Die Miliz hält nun noch einige Gebiete im Irak und steht auch im benachbarten Syrien unter Druck. Der Aufenthaltsort Al-Bagdadis ist unbekannt. Berichte über seinen Tod wurden von irakischen und westlichen Diplomaten nicht bestätigt.

Quelle: n-tv.de, vpe/rts

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