Politik

Teile Falludschas noch in IS-Hand Iraks Armee rückt Richtung Mossul vor

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Die Rückeroberung Falludschas geht laut Hilfsorganisationen mit einer humanitären Katastrophe einher.

(Foto: REUTERS)

Der Rückeroberung Falludschas ist noch nicht ganz abgeschlossen, da nimmt die irakische Armee schon das wichtigste Ziel ihrer Offensive gegen ins Visier: Mossul, die Metropole des IS. Doch es gibt Zweifel an der Einsatzbereitschaft der Truppen.

Nach der Einnahme von Falludscha bringt sich die irakische Armee für einen Sturm auf die IS-Hochburg Mossul in Stellung. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen rückten zwei Divisionen der Armee sowie für den Anti-Terror-Kampf geschulte Elite-Einheiten in Richtung Kajara vor. Der Ort liegt etwa 60 Kilometer südlich von Mossul, der faktische Hauptstadt der Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) im Irak.

"Durch den Beginn des Einsatzes zur Befreiung von Kajara wird den Terroristen eine Atempause verwehrt", erklärte Verteidigungsminister Chaled al-Obaidi auf Twitter. In der Nähe von Kajara liegt ein Flugfeld, das als Ausgangspunkt für eine Offensive gegen Mossul dienen könnte.

Der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi hat angekündigt, die Armee werde Mossul noch dieses Jahr einnehmen. Unklar ist allerdings, ob die irakischen Streitkräfte dazu bereit sein werden. Die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr aus hochrangigen Offizierskreisen, dass die Armee zunächst sekundäre Islamisten-Hochburgen wie Schirkat und Hawidscha links liegenlassen will, um sich auf Mossul zu konzentrieren.

Geld für Flüchtlinge fehlt

Al-Abadi hatte am Freitag die Rückeroberung von Falludscha bekanntgegeben. Nach Angaben aus Polizei-Kreisen waren am Samstag jedoch weiterhin sieben nördliche Bezirke in der Hand des IS. Die irakischen Truppen werden von der US-Luftwaffe unterstützt.

Mit der teilweisen Einnahme Falludschas durch die Regierung und die mit ihr verbündeten schiitischen Milizen hat sich das Flüchtlingsdrama in der Region verschärft. In den vergangenen Tagen seien rund 15.000 Menschen in einem Flüchtlingslager in der Nähe Falludschas eingetroffen, erklärte die irakische Parlamentsabgeordnete aus der Provinz Al-Anbar, Lika Wardi. Die meisten von ihnen seien Frauen und Kinder.

Die Hilfsorganisation Norwegian Refugee Council schätzt, dass seit Donnerstag bis zu 20.000 Zivilisten geflohen sind. Damit erhöhe sich die Gesamtzahl der Flüchtlinge aus Falludscha auf etwa 50.000 Menschen. Wardi geht sogar von mehr als 80.000 Flüchtlingen aus. Den Hilfsorganisationen fehlt es an Geld, um die Menschen zu versorgen.

Quelle: ntv.de, mbo/rts/dpa