Politik

Bilder zeigen Schläge für Trump Iran-Hacker kapern US-Regierungsseite

Der tödliche Drohnenangriff auf den iranischen General Soleimani lässt einen militärischen Gegenschlag befürchten, doch der bleibt bislang aus. Im Internet ist das anders - Iran-freundliche Hacker platzieren ausgerechnet auf einer US-Regierungsseite eine provokante Botschaft.

Die Internetseite einer US-Behörde zur Veröffentlichung von Regierungsdokumenten ist Ziel eines Hackerangriffs geworden. Auf der Seite seien am Samstagabend (Ortszeit) kurzzeitig proiranische und antiamerikanische Botschaften sowie Bilder des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei platziert worden, hieß es in Medienberichten. Außerdem sei ein Bild zu sehen gewesen, das gezeigt habe, wie eine Faust mit dem Symbol der iranischen Revolutionsgarden US-Präsident Donald Trump blutig schlage.

Auf der Website wurde zudem Rache für den bei einem US-Drohnenangriff in Bagdad getöteten iranischen General Ghassem Soleimani gefordert. Auch nach Soleimanis Tod würden dessen "Arbeit und sein Weg nicht enden", stand über der Animation. "Dies ist nur ein kleiner Teil der iranischen Cyber-Fähigkeiten", hieß es an einer weiteren Stelle auf der Website.

Der Vorfall ereignete sich nach der Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani durch einen US-Angriff in Bagdad. Die für Cybersicherheit zuständige Abteilung des US-Heimatschutzministeriums bestätigte nach Angaben der Sender CBS und CNN, dass die Seite des Federal Depository Library Program verunstaltet worden sei. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass es sich um eine von staatlichen iranischen Stellen gelenkte Aktion gehandelt habe, sagte eine Sprecherin.

"Mehr eine symbolische Aktion"

Die Seite sei vom Netz genommen worden und derzeit nicht erreichbar. Der Schaden sei sehr gering gewesen, hieß es weiter. Die Hacker seien offensichtlich nicht über die Homepage hinausgekommen. Es habe sich mehr um eine symbolische Aktion gehandelt, hinter der Sympathisanten der iranischen Regierung stecken könnten. Als Urheber firmierte demnach eine bislang nicht bekannte "Iran Cyber Security Group Hackers". Das FDLP gehört zur US-Bundesdruckerei und soll öffentlichen Zugang zu Dokumenten, etwa der Regierung und des Kongresses, gewährleisten.

Der Anführer der gefürchteten Al-Kuds-Brigaden, Soleimani, war am frühen Freitagmorgen durch einen von Trump angeordneten US-Drohnenangriff in der Nähe des Bagdader Flughafens getötet worden. Trump bezeichnete den iranischen General als den weltweiten "Terroristen Nummer 1". Soleimani habe einen unmittelbar bevorstehenden Angriff auf US-Bürger im Irak geplant.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/AFP